100 Frauen möchten über „Weniger ist mehr“ mehr wissen Referent Baumann: „Materialismus macht Seele nicht satt“

Leutkirch – Das Thema „Weniger ist mehr“ des diesjährigen Begegnungstags der Frauen aus Stadt und Land hat eine Rekordbeteiligung von rund 100 Frauen in den Bocksaal gelockt. Vermutlich hat auch der Bekanntheitsgrad des Referenten Bernhard Baumann, Diplomtheologe aus Wangen eine Rolle gespielt, der 25 Jahre lang Bibelkurse in Leutkirch gehalten hat. Als großartiger Rhetoriker konnte er die Aussage „Weniger ist mehr“ den gespannten Zuhörerinnen erläutern und auf das Wesentliche im Leben eingehen. Nach einem gemeinsamen Lied und einer Atemübung durften sich die Besucher darüber austauschen, was könnte das „Weniger“ und das „Mehr“ im Leben sein. Weniger konsumieren, fernsehen, essen und mehr Wellness, Reisen oder Zeit. Baumann machte klar, es geht nicht um das immer mehr „Haben-wollen“, immer etwas machen und besitzen. Das mache süchtig nach noch mehr, aber die Seele bleibe auf der Strecke.

Jeder spüre, dass „immer mehr“ nicht glücklich mache oder nur vorübergehend. Der Körper sei das wenigste, was den Menschen ausmache, es ist die Seele, die unendlich groß ist, die gefüllt werden möchte. Es sind die Begegnungen, Erlebnisse, Gespräche oder Zeitgeschenke an sich selbst und an andere, Anerkennung und Zuwendung geben ein Gefühl von Glück und Zufriedenheit, von Erfülltsein.

Demonstrativ zeigte Bernhard Baumann ein großes leeres Glasgefäß als die Seele, die zu füllen der Mensch kaum vermag, so groß ist sie. Füllen kann sie letztendlich nur die unendliche Liebe und Gnade Gottes. Dafür müsse man die Pflege des „Leer-Seins“ lernen, das Innere auf die richtige Spur bringen, das Wesentliche erkennen, Ruhe und Stille einkehren lassen.

Der Referent ging auf zwei menschliche Grundhaltungen ein: Der Haben-Modus, verbunden mit Gier, Habsucht und Macht über andere, im Gegensatz dazu der Sein-Modus, bei dem geistige Freiheit, Offenheit und Liebe herrschen, Talente genutzt werden und sich Kreativität entfalten kann.

Angefüllt mit viel Wissen um das Weniger und Mehr durch diverse Impulse, wurde in der Kaffeepause rege diskutiert. Abschluss des Begegnungstages war ein Wortgottesdienst, vorbereitet von Adelheid Rauch-Mangold, die zusammen mit Theresia Schupp-Alders durch den Nachmittag führte. Dazu war auch eine schöne Mitte mit weißen Amaryllis und Tüchern vorbereitet worden.

„Das Leben ist ein Geschenk und das Wichtigste für die Seele kann man nicht kaufen“, sagte Rauch-Mangold. Sich vom Konsum befreien, der Seele mehr Raum geben, Dinge notieren, die einem gut tun und erfüllen, waren Empfehlungen und Wünsche für den Alltag. Monika Heinz, Karin Wäckerle und Mechthild Schellhorn begleiteten die Lieder instrumental mit Flöte, Gitarre und Klavier. “Da berühren sich Himmel und Erde” war ein schönes stimmiges Abschlusslied für den gelungenen geistvollen Nachmittag, den Frauen aus Stadt und Land genossen haben.

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