15 Jahre Offene Bühne gefeiert: Drei Bands, Klassik und Solokünstler sorgen für gute Laune und neue Töne

Leutkirch – Bei der ersten Offenen Bühne Session des Jahres gab es Grund zu feiern: Um die 120 Veranstaltungen hat Egbert Dreher seit 2004 organisiert, musikalisch getragen von Otmar Bühler – unter Mithilfe von Klaus Zellmer und Sebastian Schmidt, die den Sound besorgen. Die Offene Bühne beginnt immer mit „Feelin‘ Alright“, dann folgen angemeldete, selten spontane Musiker, Sänger oder Ensembles. Die ersten zehn Jahre gab es die Session monatlich, zuerst im „Storchen“, später im Blauen Affen. „Unter dem Dach des Kleinkunstvereins Larifari ist die Offene Bühne regelrecht explodiert. Zwar findet sie findet nur vier Mal im Jahr statt, nun aber im Bocksaal, den die Musiker wie auch das Publikum lieben. Unsere Warteliste und der Besucherandrang beweisen dies eindrücklich“, freut sich Egbert Dreher.

Maultrommel und Jodler

So auch am Freitagabend, als sich nach dem warm-up mit Oldies und Goldies durch Feelin‘ Alright die Künstler aus Leutkirch, Bayern und Oberschwaben die Klinke in die Hand gaben. „Es macht voll Spaß hier in Leutkirch zu spielen, das Publikum ist offen für alles und macht toll mit“, da sind sich die „Bühnenstars“ aus Nah und Fern einig, z.B. die urige Band „Das Alma“ mit dem Trio „Quergestreift“. Saxophon und Gong erzeugten mystische Stimmung, es rappte die Maultrommel und Sängerin Claudia brachte sogar das Publikum als Chor zum mehrstimmigem Jodeln.
Über viel Beifall durfte sich Offene-Bühne-Gründer Egbert Dreher bei seinem Solo-Auftritt freuen. Er benutzt bekannte Oldies, um sie mit freien schrägen schwäbischen Übersetzungen neu zu beleben, musikalisch untermalt von Gitarre und Bluesharp. Da werden „Ghostriders in the sky“ zu „Goischdr in dr Luft“, die „Sexbomb“ von Tom Jones trifft den schwäbischen Mann als „Sexbemble“.

Bösendorfer und Violine im Duett

Ein Höhepunkt des Abends war offensichtlich der Auftritt des Duos Albrecht Roth am Bösendorfer Flügel und Peter Witzig mit Saxophon und Violine. Viele Zuhörer waren gekommen, um dem ehemaligen Rektor Roth und seinem Kollegen Witzig (ehemals Realschule) zu lauschen. Sie begeisterten mit Melodien aus den Filmen Casablanca und Love Story und gaben Klassisches von Liszt und Brahms zum Besten. Damit setzte das Duo ganz neue Akzente bei dieser Jubiläums-Session.

Schlagkräftige Schlager-Parodien

Matthias und Hans aus dem Raum Memmingen zeigten ihre Spezialität, deutsches Schlager-Kulturgut ironisch zu verfremden. Matthias überhöht die Stimmen inklusive Akzent und Grimassen, Hans schlägt die Gitarre und singt die perfekte zweite Stimme. Das Publikum amüsierte sich köstlich. Stars wie Howard Carpendale (Dann geh doch) oder Bata Ilic (Mika-ela) sind Erinnerung an dieses Genre der Disco-Zeiten, inklusive „Kung Fu Fighting“ in Zeitlupe.

Nach Klassik, Pop, Jodler und Schlager eroberte die Band der Schwäbischen Zeitung die Bühne – mit dem Anspruch, „nicht die besten, nicht die schönsten, aber bestimmt die lautesten Musiker des Abends“ zu sein. Sie rockten den Bocksaal, etliche Gäste begannen zu tanzen. Hits aus vergangenen Jahrzehnten lebten auf. Sängerin Lisa Madlener, Andreas Müller am Keyboard und Gitarre sowie Josef Wölfle an Mikro und E-Gitarre beeindruckten.

Infos:  Die nächste Offene Bühne ist am 30. April, um 19.30 Uhr im Bocksaal zur langen Walpurgisnacht. Bewerbungen per E-Mail an Egbert Dreher: e.dreher@gmx.de

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Über Carmen Notz

Freie Journalistin für die Beilage "Leutkirch hat was" seit 2008 und der online-Zeitung "Wir in Leutkirch" seit Herbst 2013, beides Produkte der Schwäbischen Zeitung, Lokalverlag Leutkirch.