40 Interessierte kommen zum Vortrag vom Netzwerk Demenz in den Bocksaal

Drei Männer und 37 Frauen sitzen nachmittags drei Stunden im Bocksaal und lauschen dem Vortrag zum Thema Demenz von Bildungsreferentin Brigitte Restle vom Netzwerk Demenz, das vom Landkreis Ravensburg gefördert wird. Er übernimmt auch die Kosten für die Teilnehmer. Träger sind das Landratsamt Ravensburg und die „Akademie Südwest“ am Zentrum für Psychatrie (ZfP) Weissenau. Neun Module sind insgesamt angesetzt, am ersten Tag stehen das Krankheitsbild, wie man Demenz erkennt und wie man sie behandeln kann auf dem Programm. Vor allem Ehrenamtliche sind gekommen, auch pflegende Angehörige und Betreuende, wie die Frauen von der evangelischen Nachbarschaftshilfe in Leutkirch. Ihre Leiterin, Claudia Roth-Neubauer, ist mit der Hälfte ihrer 20 Mitarbeiter – „fast alles Frauen“ – vertreten, „die bei uns ehrenamtlich helfen“. Jährlich müssen sie sich fortbilden. „Da sind solche Seminare ideal, sie sind kostenfrei und stecken einen ganz breiten Rahmen für uns ab.“

Brigitte Restle, die Seminarleiterin vom Netzwerk Demenz, das als vierjähriges Forschungsprojekt begonnen hat und inzwischen fest beim ZfP angesiedelt ist, weiß, wovon sie spricht. „Es hat sich unglaublich viel getan in den letzten Jahren im Bereich Demenz.“ Und dann erzählt sie von der Krankheit, die Hirnzellen kaputtmacht, von der 185.000 Menschen in Baden-Wrttemberg betroffen sind, die unheilbar ist und an der allein in Deutschland täglich 100 Personen neu erkranken. Sie nennt Symptome, sagt, dass „einzelne Teile aus dem gesamten Lebenspuzzle verschwinden“ und klärt auf, dass reine Vergesslichkeit noch lange keine Demenz sei. Immer wieder hat sie Beispiele parat, immer wieder fragt sie nach. „Kennen Sie das? Was glauben Sie?“  Die Zuhörer sind aufmerksam, stellen Fragen, beteiligen sich aktiv. „Unheimlich wichtig“, sagt eine Zuhörerin, „sind diese Hintergrundinformationen, die wir hier bekommen.“ Kaum jemand ist Profi, für Fachkräfte gibt es gesonderte Schulungen. „Hier wollen wir vor allem Angehörige und Ehrenamtliche ansprechen.“ 1500 Anmeldungen gehen bei Restle, die zum Jahresende in Rente geht und künftig von Marion Müller ersetzt wird, im Jahr ein. „Demenz wird ein immer größeres Thema.“

Neu in der neun-moduligen Reihe, die in Leutkirch und in Reute angeboten werden, sind die Punkte „Humor als Schlüssel im Umgang mit Demenz“ oder auch „Aromapflege“ und „Musik“. Ziel der Fortbildungsreihe sei es, so Restle, die Versorgung und die Lebensumstände für Menschen mit Demenz zu verbessern und ein Zusammenleben zu Hause zu ermöglichen. „Diese Menschen brauchen Hilfe, einen Antrieb, einen Motor“, sagt sie. Mit Humor oder Musik, und das wird Thema in einem der nächsten Vorträge sein, „geht alles leichter. Wenn man das weiß und anwendet, hilft es ungemein.“

Weitere Infos, Termine der anderen Vorträge und Anmeldeformulare gibt es unter Telefon 0751 / 760 120 40, per E-Mail unter brigitte.restle@zfp-zentrum.de oder auch unter www.zfp-web.de. Die kostenfreien Module können auch einzeln besucht werden.

 

Bildunterschrift: Brigitte Restle (r.) und Marion Müller informieren ausführlich über Demenz.

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