Ab Montag wird der missio-Truck für fünf Tage vor der Festhalle stehen

Leutkirch – Es war gar nicht so einfach, ihn zu bekommen. Als Silke Saile, die Dekanatsbeauftragte Kirche und Schule, Anfang des Jahres für Termine nachgefragt hat, waren nur noch zwei Wochen frei. Damals hat sie für Ende November gebucht. Am Montag kommt der missio-Truck also für eine Woche nach Leutkirch und wird vor der Festhalle stehen. Die mobile Ausstellung, die in seinem Inneren präsentiert wird, hat das Thema „Menschen auf der Flucht“. Daui eingeladen sind alle Leutkircher, kommen werden aber auf jeden Fall etwa 400 bis 500 Schüler.„Wir waren gleich von diesem Projekt begeistert“, sagt Patoralreferent Benjamin Sigg von der katholischen Kirche, „damit zeigen wir, dass Kirche nicht nur Gottesdienst ist, sondern auch in Schulen und auf der Straße stattfindet.“

Sämtliche Leutkircher Schulen seien informiert worden, angemeldet sind jetzt viele Klassen ab Jahrgangsstufe 8. Auch einige Religionslehrer wie Hans Veit von der Geschwister-Scholl-Schule oder Pfarrer Volker Gerlach, der an der Don-Bosco-Schule das Fach evangelische Religion unterrichtet, sind angetan. „Es ist ja nicht unbedingt ein religiöses Thema“, so der evangelische Pfarrer Volker Gerlach, „sondern ein gesellschaftliches.“ 3000 Euro kostet das Projekt pro Woche, es wird fast vollständig vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ finanziert. Behandelt werden hauptsächlich Geschichten von Einwohnern aus Kongo, wo derzeit etwa drei Millionen Menschen auf der Flucht sind. Der Truck – eigentlich sind es zwei Trucks – tourt durch Deutschland, ständig, jahrelang und hat immer drei Begleitpersonen an Bord, einen Pädagogen und zwei junge Leute vom Freiwilligendienst und natürlich einen Fahrer. Der Truck kommt am Sonntag direkt von Aachen und fährt nach der Woche wieder gen Norden, ins Ruhrgebiet. Jeweils eine Woche steht der 20 Meter lange und zwölf Tonnen schwere Truck in deutschen Städten und öffnet seine Türen für Schüler und Interessierte.

Alle paar Jahre wird das Thema gewechselt. Die Resonanz ist gewaltig, die Ausstellungen werden deutschlandweit gelobt, die Führungen von jungen Menschen moderiert und die Themen jugendgerecht und multimedial umgesetzt. Ein Bücherkoffer, der das Thema für jüngere Kinder aufgreift, wandert derzeit durch die Grundschulen. Erzählt wird den Truck-Besuchern zum Beispiel auch, was Handys mit dem Kongo zu tun haben. Begleitet wird die Tour nämlich von der Unterschriftenkampagne „Aktion Saubere Handys“. Zudem sammelt das Hilfswerk ausgediente Handys, um die wertvollen Rohstoffe zu recyceln und mit dem Erlös humanitäre Projekte im Kongo zu unterstützen.

Info:Täglich sind Klassenführungen, eine öffentliche Führung ist am Montag um 19 Uhr. Rund um die Truck-Woche sind weitere Veranstaltungen geplant. Am Montag um 20 Uhr wird in der Mensa der Gemeinschaftsschule das Buchprojekt „Meine traurige Heimat war das schönste Land der Welt“ vorgestellt, in den junge Flüchtlinge aus Syrien Geschichten erzählen. Am Donnerstag kocht ein junger Syrer bei „cook & chill“ im Chillix. Weitere Informationen gibt es bei der katholischen Kirchengemeinde unter 8489576.

Bild (von links): Pastoralreferent Benjamin Sigg, Dekanatsjugendreferentin Samanta Wachniak, Maria Hönig vom Projekt Demokratie leben, die Leutkircher Integrationsbeauftragte Anita Mutvar und Silke Saile, die Dekanatsbeauftragte Kirche und Schule, haben den Missio-Truck nach Leutkirch geholt.

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