Abschied am Dreikönigstag: Pfarrer Hans Schall war vielseitig engagiert und beliebt – Umzug nach Aulendorf

Wuchzenhofen/Hofs – Vor neun Jahren kam Pfarrer Hans Schall von der Pfarrgemeinde Willerazhofen zur Seelsorgeeinheit (SE) Alpenblick und zog ins Pfarrhaus Wuchzenhofen ein. Mit Pfarrer Marc Grießer und Pastoralreferentin Sophia Kirchschlager betreute er sechs Pfarreien. Er verabschiedete sich nun vom Allgäu und zieht nach Aulendorf, wo er im Schönstatt-Zentrum seinen Lebensabend verbringen möchte. Seine letzten beiden Gottesdienste fanden am Dreikönigstag in den Kirchen Wuchzenhofen und Hofs statt (Foto mit Ministrantinnen, rechts außen Kirchenpflegerin Maria Schmid und links außen Selina Hölzle vom Kirchengemeinderat (KGR) Wuchzenhofen.

Die Seelsorgeeinheit (SE) Alpenblick hat Pfarrer Hans Schall offiziell am letzten Adventssonntag mit Dankesworten und Geschenken im kleinen Rahmen verabschiedet. Pfarrer Marc Grießer sowie beide gewählten KGR-Vorsitzenden von Wuchzenhofen und Urlau, Carolin Scheerer und Helmut Kieble, sprachen Schall ein „Herzliches Vergelt’s Gott“ aus für das Stück Weg, das man gemeinsam gehen durfte. Viele Ereignisse hätten diese Zeit geprägt und man bescheinigte dem rührigen Senior-Seelsorger, dass er sehr beliebt, und für die Menschen und ihre Anliegen immer da gewesen sei.

Viele schöne Erlebnisse und Erinnerungen

Unvergesslich bleibe eine gemeinsame Radpilgertour an den Bodensee mit rund 100 Kilometer, die nur mit Kraft der eigenen Waden bewältigt worden war. „Er hat viele Dienste, von der Taufe bis zur Beerdigung immer treu, still und zuverlässig getan, ganz nach dem Vorbild des Heiligen Joseph und war immer zur Stelle, wenn er gebraucht wurde“, so Pfarrer Grießer in seiner Dankesrede. Für die Mesner in der Region (Altdekanat Leutkirch) war Pfarrer Hans Schall zudem Präses, sprich geistlicher Begleiter. „Es ist sehr schön, all diese Ehrungen und Dankesworte zu erleben, und auch ich bedanke mich für eine wunderschöne Zeit im Allgäu, zuerst in der Pfarrei Willerazhofen und dann in Wuchzenhofen“, sagte der Seelsorger gerührt, der einst Theologie-Student beim emeritierten bayrischen Papst Benedikt XVI., mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger, war.

Hans Moritz Schall war ein Spätberufener, gebürtig aus Wurmlingen bei Rottenburg, der eigentlich Maschinenschlosser gelernt hat. Es war nicht die Nähe zu Rottenburg, sondern bestimmte Erlebnisse, die ihn zu seiner Berufung Priester brachten. Er holte das Abitur nach und absolvierte sein Studium in Tübingen. Nach der Primiz in seiner Heimatgemeinde 1974 war er an verschiedenen Pfarrstellen tätig.

Bewegte Biografie und  Rad-Pilger
Bevor er 2009 in den Raum Leutkirch, bzw. nach Willerazhofen kam, war er 13 Jahre lang in Dietingen bei Rottweil. Nicht nur seinen Dienst im Herrn verrichtete er gewissenhaft, auch so manchen Urlaub verbrachte er in kirchlich-geistigem Sinn, wie z.B. auf Pilger-Radtouren nach Rom und auf dem Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Überhaupt war Pfarrer Schall viel und oft mit dem Radl anzutreffen, denn der Geistliche fühlt sich der Natur sehr verbunden.

In Wuchzenhofen schätzte er die Nähe zur Loipe, denn im Winter zog es ihn zum Langlaufen hinaus. Von 2012 bis 2021 hat Pfarrer Schall zunächst mit Pater Lesczek, dann mit Pfarrer Marc Grießer zusammen die SE Alpenblick seelsorgerisch betreut. Er wird eine große Lücke hinterlassen, denn nicht nur in diesen sechs Kirchen wird er fehlen. Auch in St. Martin hat er ausgeholfen, und war oft in der Kapelle des Regina Pacis im Einsatz. Jeden Freitag feierte er für die Bewohner des Carl-Joseph-Seniorenzentrums die Heilige Messe in der Hauskapelle, zuletzt am Freitag nach Dreikönig.

Abschied vom Allgäu – weiterhin tätig in Aulendorf

„Ich schätze das Allgäu sehr und seine herrliche Natur. Auch die Nähe zum Regina Pacis oder zu Merazhofen mit seiner Pfarrer-Hieber-Verehrung waren mir wichtig“, betont der Geistliche. Die Pfarrkirche Wuchzenhofen habe ihm sehr gut gefallen, sie sei eine besonders stilvolle Kirche, und er werde auch die Menschen hier vermissen. Doch nun sei es Zeit für den Abschied, die Schönstatt-Schwestern freuen sich auf „ihren Pfarrer“, denn auch hier werde er noch kirchliche Dienste verrichten. „Pfarrer ist man immer, auch in der Rente, bis zum Lebensende“, meint er mit einem Lächeln in seiner unverwechselbaren, ruhigen, freundlich-bescheidenen Art.

Bilder aktuell und Archivbilder wie in Merazhofen beim Hieber-Gedenktag mit Domkapitular Hildebrand, Dekan Susak, Pfarrer Schneider usw.

von Carmen Notz

Scroll to Top