Abschied von Leutkircher Pfarrer Lackner: "Es war fast unmöglich, mit dir zu streiten"

Leutkirch – „Time to say good bye“ – Zeit, Abschied zu nehmen, von Pfarrer Bernhard Lackner. Bei diesem gefühlvollen Lied, das der Jugendchor unter der Leitung von Kantor Franz Günthner bei der Abschiedsfeier im Leutkircher Gemeindehaus singt, stehlen sich sogar ein paar Tränen in so manches Auge.

Es ist eine angemessene Abschiedsfeier: herzlich, ja sogar liebevoll, aber dennoch zurückhaltend, mit leisem Humor und ohne Lobhudelei. „Eigentlich müsste ich sagen, liebe Trauergäste, weil ein guter Pfarrer uns verlässt“, sagt Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. Es ist ihm anzumerken, dass er das ernst meint. Er erinnere sich daran, dass Lackner während seines eigenen Wahlkampfs ums Oberbürgermeisteramt, gesagt habe, „hier bringt mich keiner mehr raus“.

Nun geht er doch und das schmerzt nicht nur den OB, der in Lackner stets einen „verlässlichen, konstanten und besonnenen Ansprechpartner“ gefunden hat. Die evangelischen Amtskollegen Ulrike Rose, Volker Gerlach und Siegfried Kleih sprechen von einer „nicht selbstverständlichen Ökumene auf Augenhöhe“, von einem Miteinander, das sie als Bereicherung erlebt hätten. Ilse Hohhage von der evangelisch-methodistischen Gemeinde nennt es Lackners Verdienst, dass sie in die Ökumene überhaupt hineinkamen. Dass Imam Yilmaz Tuncer zur Abschiedsfeier gekommen ist, spricht für die guten Kontakte auch zur türkisch-islamischen Gemeinde.

Bernd Schosser, geschäftsführender Schulleiter der Leutkircher Schulen lobt die feinsinnige Wortwahl, den feinen Humor und das enormes Fachwissen. „Sie waren in der Schule der Mensch und Lehrer, den es braucht, der Vorbild sein kann.“ Für Michael Lindauer von St. Anna endet eine „wunderbare Zeit“. Witz, Humor und Verständnis für besondere Lebenslagen, das sei es was Lackner auszeichne. Hedwig Seidel-Lerch für den Frauenbund, Oliver Bayer für die Bestatter und Martin Schmuck von der Kolpingfamilie würdigen die Zusammenarbeit mit ihm.

Milena Mast und Amelie Schröter plaudern als Vertreter der Ministranten zur Erheiterung der Gäste aus, dass ihr Pfarrer bei Filmabenden der gewesen sei, der am lautesten lachte. „Es war fast unmöglich, mit dir zu streiten“, bekennt Diakon Rainer Wagner. Lackner habe seinen Mitarbeitern Freiräume gegeben. „Wir konnten uns immer darauf verlassen, dass du hinter uns stehst.“ Wagner bestätigt nachdrücklich, was Lackner selbst von sich behauptet, nämlich, ein „Teamplayer“ zu sein. „Meine Vorstellung von Gemeinde ist, dass nicht alles bei einem Monarchen liegt“, sagt er, er habe nicht allein Kirche gestaltet, sondern es seien viele dabei gewesen.

Mit Anekdoten und sehr persönlichen Worten dankt Lackner Wegefährten, Mitarbeitern und überhaupt allen, mit denen er zu tun hatte. „Ihr Weggang bedeutet eine gravierende Veränderung“, betont Claudio Uptmoor, Vorsitzender des Kirchengemeinderats. Das Furtenbach-Ensemble, in dem Lackner als Oboist lange Jahre mitgespielt hat, tröstet mit feiner Musik über diesen Abschied hinweg.

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