Am Freitag dürfen Jugendliche ihr Kreuzchen machen

Diesen Freitag, den 13., sollten sich Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren schon mal rot im Kalender anstreichen: Am 13. September nämlich dürfen sie wählen gehen: Neun Tage vor der „richtigen“ Bundestagswahl findet in ganz Deutschland wieder die sogenannte U-18-Wahl statt. Auch in Leutkirch: Im Hans-Multscher-Gymnasium (HMG), dem offiziellen Wahllokal, können die Stimmzettel zwischen acht und zwölf Uhr ausgefüllt werden.

Zur Stimmabgabe eingeladen sind nicht nur HMG-Schüler, sondern alle Leutkircher Jugendlichen im entsprechenden Alter. „Wir möchten versuchen, Jugendliche über diese Partizipationsmöglichkeit für Politik zu interessieren“, sagt HMG-Lehrerein Jana Streso. „Die Ergebnisse werden ausgewertet und können mit den tatsächlichen Ergebnissen verglichen werden.“ Wie bei der amtlichen Wahl, gibt es auch bei U18 für jedes Bundesland einen entsprechenden Stimmzettel. Die Reihenfolge der Parteien auf den Stimmzetteln richtet sich nach der Zahl der Zweitstimmen, die die Parteien bei der Bundestagswahl 2009 in dem jeweiligen Bundesland erreicht haben. Die übrigen Parteien schließen sich in alphabetischer Reihenfolge der Namen der Parteien an.

Bei U18 wird nur die Zweitstimme ausgewertet. Wahllokale haben aber die Möglichkeit, die Direktkandidat/-innen ihres Wahlkreises (Erststimme) einzutragen und selbst auszuwerten, wer im eigenen Wahlkreis per Direktwahl in den Bundestag einziehen würde, heißt es dazu auf der Homepage der U-18-Wahlorganisatoren.

Noch am Wahltag werden die im Wahllokal ausgefüllten Stimmzettel ausgezählt und diese Zahlen erst einmal handschriftlich in den Erfassungsbogen eingetragen. Danach werden die ausgezählten Stimmen online in ein entsprechendes Formular auf www.u18.org eingegeben. Unmittelbar nach der Eingabe der Ergebnisse ist der Zugriff auf die statistische Auswertung des jeweiligen Wahllokals möglich. Das erste Zwischenergebnis, heißt es auf der Homepage weiter, wird das erste Zwischenergebnis veröffentlicht, gegen 22 Uhr soll dann das vorläufige Endergebnis präsentierte werden – als bundesweites Gesamtergebnis, Ergebnis pro Bundesland und pro Wahlkreis.

„Junge Menschen sollen dabei unterstützt werden, Politik zu verstehen, Unterschiede in den Partei- und Wahlprogrammen zu erkennen und Versprechen von Politikerinnen und Politikern zu hinterfragen“, so beschreiben die Organisatoren im Internet das Ziel der U-18-Wahl. Im Vorfeld hatten die Jugendlichen bereits zahlreiche Fragen aus den verschiedensten Politikfeldern formuliert und diese von den Kandidaten der einzelnen Parteien und Gruppierungen beantworten lassen. „Wir hoffen, dass ganz viele Schüler zum Wählen kommen“, sagt Jana Streso und weist auch auf die Möglichkeit hin, sich im HMG am Wahl-O-Mat zu informieren.

Organisiert und getragen wird die U-18-Initiative vom Deutschen Kinderhilfswerk, dem Deutschen Bundesjugendring, Landesjugendringen, vielen Jugendverbänden und dem Berliner U-18-Netzwerk. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und der Bundeszentrale für politische Bildung fördern die Wahlinitiative denn: „Kinder und Jugendliche sollen so ihre eigenen Interessen erkennen und formulieren lernen, selbst Antworten auf politische Fragen finden und aktiv ihre eigene Lebenswelt mitgestalten.“

Bei der „echten“ Wahl zum 18. Deutschen Bundestag am 22. September werden nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes im Bundesgebiet etwa 61,8 Millionen Deutsche wahlberechtigt sein – 31,8 Millionen Frauen und 30 Millionen Männer. Wie der Bundeswahlleiter weiter mitteilt, ist die Zahl der Wahlberechtigten damit etwas geringer als bei der letzten Bundestagswahl 2009. Damals durften rund 62,2 Millionen Bürger wählen.

Weitere Informationen zur U-18-Wahl gibt es unter

www.u18.org/das-projekt-u18

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