Ambulante Hospizgruppe und die stationäre Hospiz im ehemaligen Krankenhaus- Tag der offene Tür

Leutkirch – Leutkirch ist mit umfassender Hospiz-Arbeit gut aufgestellt. Seit fast 25 Jahren gibt es die ambulante ökumenische Hospizgruppe mit ehrenamtlichen, geschulten Mitarbeitern unter Leitung und Koordination von Ulrike Butscher. Im Juli öffnet im ehemaligen Krankenhaus das stationäre Hospiz Ursula, das Evelyn Mauch aus Leutkirch leiten wird. Die jeweilige Hospiz, die Begleitung von Menschen in der Endphase ihres Lebens, unterscheidet sich zwar in den Anforderungen, doch beide Seiten möchten gut zusammenarbeiten.

Hospiz kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Herberge oder Gastfreundschaft. Doch Hospiz geht weit über die Betreuung und Pflege, über Begleitung, Fürsorge und Hilfe für den Schwerstkranken hinaus. Es ist eine Haltung, eine Lebensphilosophie, die Würde und die Wünsche des Sterbenden als Maßstab gelten zu lassen nach dem Motto: „Du bist wichtig, weil du da bist. Du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens und darüber hinaus Bedeutung haben“. Dies sind Sätze von Cicely Saunders, Pionierin der Hospizarbeit in England, ebenso die Aussage: „Nicht dem Leben mehr Tage geben, sondern den Tagen mehr Leben.“

Ambulante Hospiz – Daheim oder im Heim

„Die meisten Menschen möchten zu Hause in vertrauter Umgebung sterben“, sagt Ulrike Butscher, die mit ihrem rund 20-köpfigen Team sterbende Menschen und Angehörige in der Region Leutkirch betreut. Ob zu Hause oder in einer Senioreneinrichtung, die Mitarbeiter sind auf Wunsch für diese Menschen da, für Fragen, Wünsche und Bedürfnisse, für Gespräche, Singen oder Beten. Sie teilen Ängste und Freude, Hoffnung und Verzweiflung, spenden Trost, hören zu, sie sind einfach DA. Wer in diesem Team mitarbeiten möchte, für den gibt es ab Herbst einen Info-Abend mit anschließendem Lehrgang.

Die Hospiz Ursula bietet acht Plätze

Die Elisabeth-Stiftung in Bad Waldsee öffnet ab Juli das stationäre Hospiz Ursula im zweiten Stock im ehemaligen Krankenhausgebäude Leutkirch. „Es gibt acht Plätze und ca. 20 Teilzeitkräfte im pflegerischen und hauswirtschaftlichen Bereich werden rund um die Uhr für diese Menschen sorgen“, erklärt Evelyn Mauch. Sie ist Krankenschwester mit Zusatzausbildungen in der Palliativmedizin sowie Einrichtungsleitung. Die Aufnahme ins Hospiz von schwerstkranken Menschen, die den Tod vor Augen haben, ist an bestimmte Kriterien gebunden: Eine palliativ-medizinische Versorgung ist zu Hause nicht möglich, die Krankheit ist fortschreitend und es gibt keine Heilung, die Person muss einwilligen und auch die psychosoziale Komponente des Sterbenden mit Angehörigen wird einbezogen.

Evelyn Mauch und Ulrike Butscher kennen sich und wollen gut zusammenarbeiten. „Wir sind keine Konkurrenten, sondern haben die gleichen Ziele, wenn auch nicht die gleiche Örtlichkeit“, sagen sie. Das Wichtigste ist: Für einander Sorge tragen, die Würde des Menschen achten, auf Wünsche eingehen, denn der Sterbende weiß, was er will und braucht. Beide sind sich einig, dass die Hospiz-Arbeit zudem eine große Bereicherung fürs eigene Leben ist. Die Bedeutung von jeder Stunde Leben bekommt eine neue Dimension.

In der stationären Hospiz werden die Schwerstkranken nicht als Patienten aufgenommen, sondern als Gäste, die sich wohl fühlen sollen.

Tag der offenen Tür in der Hospiz Ursula ist am Samstag, 29. Juni, von 11 bis 16 Uhr.

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