Angehende Erzieherinnen und Erzieher widmen sich dem Thema Essstörung

Leutkirch – Anna Barbara Schrön, Lehrerin an der Geschwister-Scholl-Schule Leutkirch, führte am Dienstag Vormittag Schülerinnen durch die Ausstellung „Ein Koffer voller Sehnsucht“ mit Fotos von Rebecca Sampson. Konzipiert und initiiert wurde dieses Projekt von Tima e.V. Tübingen (Tübinger Initiative für Mädchenarbeit). Die Ausstellung zeigt Bilder von Menschen in einer Klinik für Essstörungen (die SZ berichtete bereits). Die Roll ups, auf denen die Fotos zu sehen sind, sind so angelegt, dass die Bilder zu moderierten Interaktionen zwischen den Betrachterinnen anregen. Ziel ist es, so Schrön, eine vertiefte Aufmerksamkeit, bzw. auch Bewusstsein zu den Themen Köperideal und Körperzufriedenheit, Erwachsen werden, Kummer und Bewältigungsstrategie und Unterstützung durch Andere zu wecken.

Sie möchte, dass die jungen Erwachsenen genau hinsehen und die Bilder auf sich wirken lassen. „Was empfinden Sie, wenn Sie dieses Foto ansehen? Was denken Sie? Was empfindet wohl die Person darauf und was denkt sie?“ Hier gibt es kein „richtig“ oder „falsch“. Ziel ist, das Bewusstsein zu wecken, die eigene Wahrnehmung zu diesem Thema zu finden, und so in die Schule zu tragen und darüber zu sprechen. Drei Teilnehmerinnen erzählen, wie sie die Führung fanden. Tijen Maier aus Winterstetten ist schockiert, dass so viele Mädchen an einer Esskrankheit leiden, da man es ihnen ja auch nicht immer ansähe.

Sie selbst habe jemanden im Bekanntenkreis, die an Bulimie leide. Als sie sich die Bilder ansieht, hat sie sich gefragt, ob diese Teenager sich wirklich immer noch zu dick finden. Ihr selber ist ganz wichtig, trotz Schönheitsideal, dass man gesund is(s)t. Jana Oer aus Mailand ist die Klassensprecherin der Erzieherinnenklasse (unter der es auch vereinzelte Erzieheranwärter befinden). Sie kennt bewusst niemanden, der eine Essstörung habe. Dies aber ja auch nicht immer ersichtlich sei und es sich um ein Tabuthema handele. Sie wüsste gar nicht, wie sie jemandem helfen könne, außer für die betroffene Person da zu sein und Gespräche anzubieten.

Elena Winter aus Immenried erzählt, dass an ihrer früheren Schule ein Mädchen Magersucht hatte und es sehr schwierig sei, die Krankheit zu thematisieren. Einig sind sich die jungen Damen, dass die Ausstellung das Thema wachgerüttelt habe, obwohl die Fotos nicht schockiered oder „krass“ seien. Die Personen darauf würden fast normal aussehen-gar nicht krank. Ein großer Dank ergeht an die Sponsoren Demokratie leben und AOK Ravensburg, die dieses Projekt möglich gemacht haben.

Die Ausstellung „Ein Koffer voller Sehnsucht“ findet noch bis 25. März 2020 in der Geschwister-Scholl-Schule Leutkirch statt.
Zwei öffentliche Führungen für Interessierte und Eltern sind am 11. März 2020 (bereits vorbei) und 13. März 2020, jeweils um 17.00 Uhr
Samstag Nachmittag geöffnet: 21. März von 14.00 – 17.00 Uhr

Scroll to Top