Ausbildungsbörse bietet Unternehmen zum Anfassen

Leutkirch – Es gibt viel zum Anfassen bei der Ausbildungsbörse in Leutkirch. An fast allen Ständen der rund 50 Firmen, die sich in der Festhalle präsentieren, liegen Kugelschreiber. Oft gibt es Süßigkeiten, Gewinnspiele, kleine Werbegeschenke oder Produkte direkt aus dem Unternehmen. Und es liegen Handzettel in rauen Mengen aus. Schließlich geht es um Information.

„Ich suche eigentlich einen Platz fürs Praktikum während des Gymnasiums. Aber dann geht`s natürlich auch um die Ausbildung“, sagt der 15-jährige Paul Brünz. Eine Stelle bei der Polizei wäre nicht schlecht, aber er und seine Mutter „gehen natürlich trotzdem erst mal eine Runde“. Viele der Jugendlichen wissen schon ungefähr, welche berufliche Richtung sie einschlagen wollen – aber ein Blick über den Tellerrand aufs restliche Angebot in der Region kann offenbar nicht schaden.

Und das ist in der Festhalle nicht schwer: Von Krankenkassen über Banken, der Agentur für Arbeit, Dethleffs, Elobau bis hin zur Gewerblichen Schule ist ein breites Spektrum an Firmen vertreten. Markus Posch, CDU-Ortsverbandsvorsitzender in Leutkirch und einer der Organisatoren der 18. Ausbildungsbörse ist jedenfalls zufrieden. Rund 700 Besucher hat er am Donnerstag gezählt, es gebe bereits Anfragen von Unternehmen für das kommende Jahr. „Ich denke, es ist ein wichtiges Signal, dass die Leutkircher Schüler sehen, dass Leutkircher Firmen ausbilden“, sagt Posch. Obwohl mittlerweile auch Betriebe aus dem Umland vertreten seien.

Sie alle werben um Auszubildende und Lehrlinge. „Durch den demografischen Wandel stimmt das Verhältnis nicht mehr, es gibt mehr Ausbildungsplätze als Jugendliche“, bestätigt Franz Wandinger von der gleichnamigen Leutkircher Bäckerei. Er hat verschiedene Körnersorten in kleinen Dosen mitgebracht, die er in seinem Brot und den Kuchen verarbeitet. Ein passendes Ratespiel und die bereitstehenden Brötchen locken immer wieder potentielle Lehrlinge an den Wandinger-Stand.

Überhaupt lassen sich die Unternehmen viel einfallen, um auf sich aufmerksam zu machen. Meistens sind es Azubis selbst, die an den Ständen stehen und ihren Beruf präsentieren. „Man kann das viel besser rüberbringen, weil man selbst noch weiß, wie es ist, einen Platz zu suchen“, sagt Anna König. Sie ist im dritten Lehrjahr bei Sycotec, und hält die Ausbildungsmesse für eine sinnvolle Einrichtung. „Solange man zumindest eine grobe Vorstellung hat, was man machen will“, fügt sie hinzu.

Die hat zum Beispiel Lisa Wagegg durchaus. Sie ist mit ihrem Vater aus Legau zur Ausbildungsmesse gekommen, zwei Jahre Schule hat sie noch vor sich. Danach soll es in die kaufmännische Richtung gehen, sagt sie. „Aber es kann ja auch nicht schaden, ein bisschen Material zu sammeln.“ Nicht wenige der Jugendlichen gehen mit einem dicken Papierstapel nach der Ausbildungsmesse nach Hause.

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