Beim Haitihallenflohmarkt wechseln zahlreiche Gegenstände ihren Besitzer

Gebrazhofen (gs) – Zahlreiche Schnäppchenjäger sind am Samstag zum beliebten Hallenflohmarkt in die Turn- und Festhalle nach Gebrazhofen gekommen, der vom Haiti Schulprojekt organisiert wurde. Zum Verkauf kamen tausende von Artikeln. Dabei stöberten und feilschten die Besucher nicht nur, sondern nahmen auch viele Dinge mit nach Hause. Bereits mit Saalöffnung für die Anbieter, um 8 Uhr herrschte reger Besucherandrang. Ein Blick über den Parkplatz zeigte anhand der Autokennzeichen, dass die Schnäppchenjäger teilweise einen weiten Weg auf sich genommen haben, in der Hoffnung, das eine oder andere gute Stück unter dem Motto „Wer zuerst kommt, malt zuerst“ zu ergattern. Der Eintritt betrug für Besucher einen Euro. Ein Betrag, den sich die eine oder andere Person sparen wollte und sich durch ein raffiniertes Vorgehen, den Einlass erschlich. „Unter den Besuchern haben sich Leute befunden, die den Anbietern beim Hereintragen der Gegenstände ihre Hilfe angeboten haben und somit kostenlos in die Halle gelangen konnten.

Und das bei einem so kleinen Betrag, der für einen guten Zweck gedacht ist“, bedauerte Paula Rauch, Mitorganisatorin des Haiti-Schulprojekts.

Etwa 50 Anbieter und eine riesige Auswahl

Wer auf der Suche nach bestimmten Dingen gewesen ist, wurde beim Hallenflohmarkt mit Sicherheit fündig, denn etwa 50 Verkäufer boten nicht nur ausgediente Gebrauchsgegenstände sondern auch viel Selbsthergestelltes sowie jede Menge Artikel zum Verkauf an, die eigentlich keiner mehr haben möchte, für den einen oder andern aber von großem Wert sind.

Erlöse kommen zu 100 Prozent dem Schulprojekt zugute

Für die Bewirtung mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen sowie mit Leberkässemmeln sorgten etwa zwölf Mitglieder der Laienspielgruppe Gebrazhofen. Unterstützt wurden diese von einer örtlichen Bäckerei sowie von einem Fleischwarenhersteller aus der Nachbarschaft. Der gesamte Erlös aus den vereinnahmten Standgebühren, der Eintrittsgeldern, der Bewirtung sowie der Einnahmen aus dem Verkauf von Gegenständen, der von Paula Rauch und ihrem Team organisiert wurde, kommt komplett dem Haiti-Schulprojekt zugute.

Das Haiti-Schulprojekt

Gegründet wurde der Verein im Jahre 2000 von Sieglinde Mayer, die bereits ein Jahr zuvor im Albert-Schweizer-Hospital arbeitete und hier die Armut des Landes kennenlernte. Gemeinsam mit Ricardo Longehamp, Leiter des Hospitals beschloss sie, in Verrettes, ein Ort, der etwa 60 Kilometer außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince entfernt liegt und geschätzte 50.000 Einwohner zählt, eine Schule zu bauen. Umgesetzt wurde diese Idee, 2004 mit Baubeginn und Fertigstellung im Jahre 2009. Es folgten zahlreiche Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen. Außerdem wurde für den Hausmeister, der gleichzeitig auch als Aufpasser gilt, im Jahr 2012 eine Wohnung geschaffen. Finanziert wurden diese Maßnahmen vom Haiti-Schulprojekt, das nach wie vor für weitere Baumaßnahmen und Gehälter sowie Schulgelder für Kinder, deren Eltern nicht in der Lage sind, diese zu bezahlen, aufkommt.

Bildunterschrift: Zahlreiche Schnäppchenjäger sind am Samstag beim Haitihallenflohmarkt in Gebrazhofen unterwegs.