Buntes Programm bei den Afrikatagen: Tukolere Wamu im 25. Jahr

Leutkirch – Unglaublich, was ein kleiner Verein mit 325 Mitgliedern so übers Jahr auf die Beine stellen und finanzieren kann. Der Bericht der 1. Vorsitzenden scheint bei der Mitgliedervollversammlung am Samstagnachmittag in der Aula der Geschwister-Schollschule kein Ende zu nehmen. Fast 300 Projekte sind gelaufen und laufen noch. Nur ein paar davon werden vorgestellt. Bilder von Schulklassen, die in neuen Räumen an neuen Tischen unterrichtet werden können oder Krankenschwestern, die ihre Ausbildung beendet haben, laufen im Hintergrund. Der „kleine Verein, der in kleinen Dingen in den letzten 24 Jahren seit der Gründung viel bewegt hat“, sei derzeit mit dem Schwerpunkt Bildung beauftragt. Seit Beginn sind bereits mehr als 2, 7 Millionen Euro nach Afrika transferiert worden. Egal ob es sich um Wassertanks und Klos in Schulen oder Kindergärten in Burundi, Kongo oder Südsudan handelt, um Ausbildungsplätze für Schneiderinnen und Elektriker in Uganda oder um Seminare für Kleingewerbeanmeldungen in Togo: Tukolere Wamu hilft, damit sich benachteiligte Afrikaner wieder selbst helfen können.

Zwei Tage waren angesetzt für die Afrikatage, die mit einem bunten Programm nebst Kulinarik, Musik, Mitgliederversammlung und Sonntagsgottesdienst, die Arbeit von Tukolere Wamu in Licht der Öffentlichkeit rücken sollte. Wer gekommen ist, musste beeindruckt sein. Allein schon wegen den Zahlen. Fast 300.000 Euro sind 2018 für diverse Projekte nach Afrika gegangen. Zwei Drittel davon nach Uganda, dem Land, zu dem die Verbindung am stärksten ist und mit dem die Hilfe zur Selbsthilfe vor 24 Jahren begann. Über diese Gaben hat sich dann auch Marcel Tibaleka gefreut. Tibaleka ist der ugandische Botschafter in Berlin, der mit seiner Frau eigens für die Afriaktage nach Leutkirch gekommen war. Eine ausgeglichene Bilanz bescherten dem Verein im letzten Jahr Einnahmen in fast gleicher Höhe, wobei davon fast 200 000 Spendengelder sind.

Gerlinde Brünz, Leutkircherin und zweite Vorsitzende des Vereins, der auch in anderen süddeutschen Städten Mitglieder hat, konnte am Sonntag im Gottesdienst in St. Martin noch einmal die wichtige „Hilfe zur Selbsthilfe“ vorstellen. Angesichts der Zahlen und beeindruckenden Projekte, die dort zu afrikanischem Gesang und Klängen einer Trommelgruppe vorgestellt wurden, bedankte sich auch Pfarrer Karl Erzberger für die „wertvolle Hilfe für diejenigen, die sie so dringend brauchen.“