Ehemaliges „Metz“-Gebäude“ und Schwesternhaus in Gebrazhofen hatte schon viele Bewohner – Verkauf steht an

Es ist ein außergewöhnlicher Bau, mitten in Gebrazhofen: Das ehemalige Haus der Bildhauerfamilie Metz, später wurde es zum Schwesternheim und bis vor fünf Jahren war es die Heimat des Kindergartens St. Peter. Das Gebäude fällt auf, durch seine schöne blau-goldene Fassadenbemalung und Stuckelemente, durch das sichtbare Fachwerk und den mehrstöckigen Turm über dem Eingangsportal. Von 1723 an lebten mehrere Generationen der Familie Metz dort, wo dann 1830 der berühmte Bildhauer und Altarbauer Peter Paul Metz geboren wurde. Das Haus wurde immer wieder umgebaut und hat erst im 20. Jahrhundert sein heutiges Aussehen erhalten.

An Weihnachten 1912 verstarb Bildhauer Metz und 1915 wurde das Haus an die Pfarrei Gebrazhofen verkauft. Es folgte ein Umbau zu einem Schwesternheim, denn es zogen drei Klosterschwestern aus Reute (bei Bad Waldsee) ein. „Dies war schon damals eine sehr sinnvolle und dorfgerechte Nutzung, denn eine Schwester war Näherin und brachte dies jungen Mädchen bei, eine kümmerte sich um die Kinder des Ortes, ähnlich einer Kindergarten-Vorschule, und eine war Krankenpflegerin, die Erkrankte gleich vor Ort versorgte“, heißt es aus Kirchengemeinderatskreisen.

Erst Grundschule – dann Kindergarten

Irgendwann hörte es mit der Nähschule auf und dann wurde die 1. und 2. Klasse Grundschule im Haus untergebracht. Die 3. und 4. Klasse war in der Alten Schule, heute ist dort das Rathaus Gebrazhofen zu finden. Als dann die neue Hauptschule am Dorfrand 1964 fertig war und 1970 die letzte Schwester verstarb, wurde am Gebäude ein Anbau gemacht und das Untergeschoss zum Kindergarten umfunktioniert. Die Einweihung war 1976, der obere Stock wurde privat vermietet.

„Die Dorfbewohner haben einen starken Bezug, denn es ist eines der schönsten Häuser von Gebrazhofen und teilweise sogar denkmalgeschützt“, sagen Elvira Bodenmüller und Eileen Mößle vom Kirchengemeinderat und weiter: „Man müsste einiges renovieren und wir als Kirchengemeinde können das große Haus leider nicht länger halten. So entschloss man sich 2021 für den Verkauf.“

Die Kirchengemeinde Gebrazhofen als Eigentümer des Hauses möchte nun eine neue, sinnvolle und dorfgerechte Nutzung und der/die Käufer sollten ihnen ein schlüssiges Konzept vorlegen. Man könne sich eine Wohnung mit Praxis oder Atelier vorstellen.

Die Pfarrei hat seit Jahren die aufwendige Kirchenrenovierung zu finanzieren, die mit mehr als einer Million Euro zu Buche schlägt. Mit dem Geld aus dem Hausverkauf soll dann das Pfarrhaus neben der Kirche renoviert werden.

Anfragen per E-Mail an den Vorsitzenden des Kirchengemeinderats: philipp.schupp@gmx.net

Archivbilder Privat und C. Notz

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