Gründer der Salvatorianer Pater Jordan selig gesprochen – Live-Übertragung

Leutkirch – Pater Franziskus Maria vom Kreuz (Taufname: Johann Baptist) Jordan ist am 15. Mai 2021 in der Lateranbasilika zu Rom in einer feierlichen Messe seliggesprochen und als „Apostel ohne Grenzen“ gewürdigt worden. Der Kardinalvikar Roms, Angelo De Donatis, hob bei der Feier die Aktualität des neuen Seligen hervor. Hubert Willburger war im Saal des Regina Pacis und hat mit anderen Besuchern zusammen die Live-Übertragung angesehen und darüber folgenden Bericht erstellt:

„Ohne Grenzen?!“, das könnte die Überschrift über sein Leben sein. Denn von klein auf erlebte er Grenzen: Zu Hause in Gurtweil bei Waldshut ging es eng zu und Schulden gab es zuhauf. Zudem war sein Vater nach einem Arbeitsunfall ein Krüppel. Er starb schon früh. Der junge Jordan musste den Lebensunterhalt mitverdienen. An eine gediegene Ausbildung war nicht zu denken. Doch seine Sprachenbegabung und sein Fleiß, ganz besonders aber das Eingreifen Gottes und Sponsoren machten es möglich, dass er mit 30 Jahren die Priester weihe empfing.

Da stieß der Neupriester erneut auf Grenzen: Der Kulturkampf verhinderte eine Anstellung in Baden. So setzte er – unter armseligen Bedingungen – sein Sprachenstudium in Rom fort. Doch Gott ließ ihn nicht in Ruhe. Nach fünfjährigen Ringen startete er die „Apostolische Lehrgesellschaft“. Daraus gingen die Salvatorianer, Salvatorianerinnen und Laien-Salvatorianer*innen hervor. Sie sind heute in über 40 Ländern vertreten.

Pater Jordan war klar, dass es wertvolle Mitarbeiter*innen braucht, um die Menschen zu erreichen und dass uns allen aufgetragen ist, die universelle Mission der Kirche zu verwirklichen. Das war die Essenz aus den Vorträgen beim einführenden Teil der Feier. Die Vision des Ordensgründers reichte weit über Europa hinaus: Es ist eine universelle Botschaft, die bis heute im vielfältigen Wirken der Salvatorianer-Familie fruchtbar ist. Das Gymnasium in Bad Wurzach und „Salvatorianer weltweit“ mit Büro in München, belegen das eindrucksvoll.

Und wie der Termin der Seligsprechung fest stand, baute sich die Corona-Pandemie als Hürde auf. Für viele war an eine direkte Teilnahme nicht zu denken. Dennoch hielt man an diesem Termin fest. Zu Recht! Denn die Feier war dennoch gut besucht und beeindruckend und – was vor kurzer Zeit noch undenkbar war – geschah: Überall auf der Welt konnte man sie live miterleben. 25 Interessierte taten das gemeinsam im Saal des Bildungshauses „Regina Pacis“ in Leutkirch.

Gemeinsam wurde im Saal die Messe mitgefeiert

Es war nicht nur das reine Anschauen eines Ereignisses auf einer großen Leinwand, sondern das gemeinsame Mitfeiern einer Eucharistie-Feier mit dem Höhepunkt der Seligsprechung durch Kardinal Angelo De Donatis, dem Kardinalvikar von Rom. Der Applaus bei der Enthüllung des Konterfeis des neuen Seligen in Rom übertrug sich in den Saal. Man durfte spüren, dass dies die anwesende Gemeinschaft berührte. Ein weiteres würdiges Nach-Feiern war ja Corona- bedingt nicht möglich; jedoch war ein Austausch im Freien mit den nötigen Abständen sehr bereichernd und man spürte nochmals die innere Rührung, dass man wenigstens in Gemeinschaft dieses Ereignis miterleben durfte. Der Blick auf der Leinwand in ein mit Mundschutz bedecktes Gesicht mit Tränen der Freude hat bewegt.

Es wurde deutlich: Die Vision des seligen Franziskus Jordan nimmt immer mehr Gestalt an: Jesus Christus als die Mitte der salvatorianischen Familie verbindet auch untereinander zu einem verlässlichen Netzwerk – rund um die ganze Welt.

Weitere Veranstaltungen geplant

Dieses Erlebnis blieb nicht ohne Antwort: In Lautrach gedachte man in der Sonntagsmesse des neuen Seligen. Im Hörbranzer Salvatorkolleg (auf der Österreichischen Seite Nahe Lindau) nahm sogar der Bischof von Feldkirch an der Dankmesse teil. Und nicht zuletzt: Von Bad Wurzach aus pilgerte eine stattliche Gruppe zum Dank nach Maria Steinbach. Am Pfingstmontag predigt hier Pater Provinzial beim offiziellen Dankgottesdienst.

Am 30. Mai wird Weihbischof Thomas Maria Renz in der Stadtpfarrkirche Bad Wurzach einen Festgottesdienst aus Anlass der Seligsprechung von Pater Franziskus Maria v.K. Jordan halten.

Am Gedenktag (21. Juli) startet dann das Pater-Jordan-Jahr. Zahlreiche Aktionen, Gottesdienste und Reisen sind geplant und werden zu Ehren des Ordensgründers an den unterschiedlichen Standorten weltweit stattfinden.

So begleitet P. Georg Fichtl, Maria Steinbach vom 19.-21. Juli eine Pilgergruppe in seine Heimat und vom 2.-6. September findet die verschobene Busreise an sein Grab im „Mutterhaus“ von uns Salvatorianerm in Rom statt. www.paterjordan.org hält Sie auf dem Laufenden.

Anmerkung: Grundlage dieses Textes ist der Bericht von P. Georg Fichtl, Artikel für Kirchenanzeiger 21-05-17, außer den Änderungen bzgl. Formulierungen mit „ich, wir“ o.ä. sind dies Zufügungen inkl. Fotos durch Hubert Willburger, Aichstetten

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