Die Eschach bekommt ein neues Gesicht

Allmishofen – Die Eschach bei Allmishofen bekommt ein neues Gesicht: Sie soll nicht nur tiefer gelegt, sondern auch verbreitert werden. Dies, sagt Gabi Trüb vom Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium (RP) Tübingen, sei zum einen eine ökologische Maßnahme und diene zum anderen einem verbesserten Hochwasserschutz.

„Das Gewässer ist in diesem Bereich stark versteint. Es wirkt wie ein Kanal“, erklärt die Fachfrau aus der höheren Naturschutzbehörde. Weil sich in diesem „dreilagigen Steinsatz“ keine Lebewesen halten können, will das RP nun den Steinsatz entfernen und mit einem sogenannten Wasserwechselbereich Lebensraum für Tiere schaffen. Auf verschiedenen Ebenen mit langsamerer und schnellerer Fließgeschwindigkeit des Wassers sollen sich künftig Fische ansiedeln, so der Plan. Begonnen wird allerdings ganz unten, bei der Flusssohle: „Sie soll so gestaltet werden, dass sich das Sohlesubstrat umwandeln und eine natürliche Vegetation, etwa Pestwurzfluren, entstehen kann“, wie Gabi Trüb erläutert.

Außerdem sollen die Uferböschungen abgeflacht und die Dämme im oberen Bereich mit Weiden und andere Gehölzen bepflanzt werden. Der positive Effekt: Weil der Fluss insgesamt „aufgeweitet“, das Abflussprofil also vergrößert wird, verringert sich künftig die Fließgeschwindigkeit der Eschach – eine Maßnahme, die auch dem Hochwasserschutz dient.

Geplant sind, wie das RP auf Anfrage mitteilt, zwei Bauabschnitte: Als erste Maßnahme soll die Eschach von der Brücke bis zum Allmishofer Bach tiefer gelegt werden, in einem zweiten Schritt dann der Abschnitt von der Brücke bis zur Landesstraße 318. Gerade beim letztgenannten gebe es immer wieder Probleme mit dem Hochwasser, sagt Gabi Trüb. In beiden Fällen geht es um Abschnitte von jeweils rund 500 Meter.

Geht es nach dem Regierungspräsidium, dann müsste die gesamte Baumaßnahme bis 2015 abgeschlossen sein, da sie mit Mitteln aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (Melap) gefördert wird. Momentan allerdings stockt das Vorhaben – es gibt Probleme mit dem Grunderwerb. Insgesamt drei Hektar sind nötig, zum größten Teil auf den Dämmen, in einem Fall als Retentionsfläche etwas weiter vom Damm weg. „Wir kommen etwas unter Zeitdruck“, bedauert Gabi Trüb, „und würden uns wünschen, dass es schneller vorangeht.“

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