Die Leutkircher Buchwoche gibt es in diesem Jahr nicht

Leutkirch – Sie ist keine unendliche Geschichte, die Leutkircher Buchwoche. Denn Leseratten, die sonst jedes Jahr im Herbst in die Festhalle strömten, gehen in diesem Jahr leer aus. Organisatorin Hildegard Kappler, Chefin der gleichnamigen Buchhandlung, will aufhören. Nicht mit der Buchhandlung, nur mit der Buchwoche.

„Ich habe das jetzt 33 Jahre lang gemacht – und eigentlich soll man aufhören, wenn`s am schönsten ist“, sagt sie. Die Entscheidung sei ihr alles andere als leicht gefallen, aber sie wolle einen Schlussstrich ziehen, „bevor man unter Umständen noch inhaltlich absackt, oder so“.

Konzept trägt zum Erfolg bei

Es sei jedes Jahr ein wahnsinniger Aufwand gewesen – auch rein körperlich. Immerhin räumte Kappler praktisch ihre ganze Buchhandlung, brachte den Lesestoff in die Leutkircher Festhalle, um dort eine Woche lang die gedruckten Schätze zu zeigen. Hilfe hatte sie zwar von Mitarbeitern, aber ein großes Organisationsteam wollte die Buchhändlerin auch nicht. „Wenn man so was mit vielen zusammen organisiert, wird`s immer komplizierter“, sagt Kappler. Außerdem habe ihrer Meinung nach das bewährte Konzept eben auch zum Erfolg der Buchwoche beigetragen.

„Aber auch die vielen Lesungen zu organisieren war nicht leicht, die Vorbereitungen haben sich durchs ganze Jahr gezogen. Das war schon anstrengend“, erklärt die Buchhändlerin. Deshalb habe sie sich entschieden, die Buchwoche aufzugeben – schweren Herzens.

Immerhin seien es 33 spannende Veranstaltungen gewesen, die sie auf die Beine gestellt habe. „Die Begegnung mit den Autoren war schon immer toll“, sagt Kappler. Besonders die Lesung von Elke Heidenreich bleibt ihr in Erinnerung, aber auch unzählige andere Besuche von bekannten und unbekannten Autoren und die Gespräche mit den Leutkircher Lesern.

Weitere Lesungen stehen an

Und weil sie genau das nicht missen möchte, hört Hildegard Kappler auch nicht komplett auf. „Ich will noch lang in meinem Laden stehen, das macht mir sehr viel Freude“, betont sie. Auch wenn „spontan irgendwas sei“, wolle sie schon „was machen“. Außerdem beteiligt sich die Buchhändlerin an anderen Veranstaltungen, wie etwa der Aktion „Leutkirch liest“, die am Montag, 7. Oktober, von der Leutkircher Volkshochschule organisiert wird und bei der Romanautor Thommie Bayer aus seinem neuesten Roman „Vier Arten, die Liebe zu vergessen“ liest.

Damit soll sichergestellt werden, dass die Geschichte von Büchern und Lesungen in Leutkirch eben doch nicht endet. Auch nicht in der Buchhandlung Kappler selbst. Denn auch dort wird es in diesem Herbst noch eine Lesung geben, kündigt die Chefin an. Am 22. November heißt es in ihrem Laden „Für Sie gelesen – neue politische Bücher“, zu Gast ist dann Autor Claus Wolber.

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