Passionskrippe steht im Regina Pacis am Kapelleneingang – In drei Monaten fertiggestellt – Täglich geöffnet

Leutkirch – Weihnachtskrippen kennt jeder, sie erzählen vom Geschehen in Bethlehem, von der Geburt Jesu und den Besuch der Heiligen Drei Könige. Passionskrippen beschäftigen sich mit dem Thema der Kreuzigung und der Auferstehung Jesu vom Grab. Ihre Tradition reicht zurück ins 18. und 19. Jahrhundert, als sie in Kirchen sehr verbreitet waren, um den Menschen die Geschehnisse zu verdeutlichen. Sie gerieten in Vergessenheit, doch heute werden sie wieder gebaut, wie zum Beispiel von Thomas Alber, der Mitglied im Krippenverein Friedrichshafen ist und dort eine große Passionskrippe gestaltet hat. Er hat sie dem Haus Regina Pacis in Leutkirch geschenkt, dort ist sie derzeit im Foyer am Kapelleneingang zu sehen. Die Kapelle ist täglich ab 8 Uhr zum Gebet geöffnet. Gottesdienste gibt es nur über Livestream auf youtube/Regina Pacis.

Die Passionskrippe von Thomas Alber misst auf 1,30 auf einen Meter und zeigt zwei Orte: Zum einen Golgotha, die Schädelstätte mit den drei Kreuzen, dahinter die Stadtmauer von Jerusalem, zum anderen ein kleiner Garten mit Büschen und Olivenbaum sowie die Grabeshöhle mit dem Stein davor. Eine Felsenlandschaft bildet den Hintergrund. Drei Monate wurde an der Passionskrippe getüftelt, gebastelt und gestaltet. Die „Zutaten“ für Bäume und Büsche, ebenso Moose, Flechten und Holzteile wurden in der Natur gesammelt.

Schuldschein der Menschheit getilgt

Auffallend sind zwei Details, die für Thomas Alber wichtig sind: Unter dem mittleren Kreuz liegt ein getilgter Schuldschein, mit Blut bespritzt. Jesus ist für die Sünden der Menschen gestorben, die Schuld ist getilgt. Der Kreuzestitel (Titulus) ist in drei Sprachen abgefasst, in Lateinisch, Griechisch und Hebräisch. Markant ist auch ein Riss durch die Felslandschaft und die Straße. Dieser deutet auf das Erdbeben beim Tod Jesu hin.

Auferstehung auch bei der Krippe

Am Ostersonntag wird der Stein vom Grab gerollt und Jesus wird auch in der Passionskrippe auferstanden sein. Im weißen Gewand tritt er hervor und hebt die Hand zum Gruß. Wer in die Grabesgruft schaut, kann zwei weiße Tücher entdecken: Das Turiner Grabtuch sowie das Volto Santo, ein Tuch, welches das Gesicht von Jesus im Moment der Auferstehung zeigt, so wie es in der Kirche von Manopello ausgestellt ist.

Infos zu Passionskrippen: In Vorarlberg, das auf eine lange Tradition des Krippenbaus zurückblicken kann, sind Passionskrippen in Kirchen vermehrt zu sehen. Auskunft gibt es beim Krippenverein in Friedrichshafen oder bei Reinhold Amann, Tel. 0171/ 770 9881.

Bild zum Artikel: C. Notz, alle anderen: Thomas Alber, entstanden in der Vereinswerkstatt beim Bau der Krippe

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