Erfolgsautor Hanns-Josef Ortheil kommt am 12. und 13. März nach Leutkirch

LEUTKIRCH – Auf gemeinsame Initiative der Gewerblichen Schule, der Volkshochschule, der Stadtbibliothek und der „Stadtbuchhandlung” kommt  einer der derzeit erfolgreichsten deutschsprachigen Romanautoren nach Leutkirch: Hanns- Josef Ortheil, zuletzt mit den Romanen „Die Erfindung des Lebens „ und „Das Kind, das nicht fragte” in den Bestsellerlisten, wird   am Donnerstag, 13. März, im Gebäude Nord der Geschwister-Scholl-Schule zu Gast sein. Bereits am Mittwoch, 12. März, wird er bei einer öffentlichen, von der Volkshochschule getragenen  Veranstaltung um 20 Uhr im Foyer der Schule aus seinem neusten Roman lesen und Bücher signieren.

„Wir freuen uns sehr, dass es uns gelungen ist, in einer Gemeinschaftsaktion einen der großen Autoren der Gegenwartsliteratur nach Leutkirch holen”, sagt vhs-Leiter Karl-Anton Maucher. „Wir verbinden damit die Hoffnung, eine größere Öffentlichkeit für zeitgenössische Literatur zu interessieren und freuen uns gemeinsam auf einen interessanten und spannenden literarischen Abend mit einem prominenten Autor”.

Am darauffolgenden  Donnerstagvormittag wird Ortheil vor Schülern der Jahrgangsstufen 11 und 12 des Technischen Gymnasiums (ca. 140 Schüler) bei einem Workshop Einblicke in die Arbeit eines Schriftstellers geben , anschließend Fragen beantworten und mit den Schülern diskutieren . Der Workshop ist auch als Impuls für den schulinternen Schreibwettbewerb gedacht, bei dem die Schüler bis nach den Osterferien eigene literarische Versuche einreichen können. Dabei werden die besten Arbeiten von einer Jury ausgewählt und prämiert. Georg Piel, Deutsch- und Musiklehre sowie Kulturbeauftragter  an der gewerblichen Schule, hat den Besuch des Schriftstellers mit initiiert und vorbereitet. In Referaten stellten Schüler  Ortheils neuesten Roman „Das Kind, das nicht fragte” vor. Sie befassten sich mit der Entwicklung des Ich-Erzählers, den Charakteren der Romanfiguren sowie den  Schauplätzen – und untersuchten Bezüge des Romans zu Adalbert Stifters großem Entwicklungsroman „Nachsommer”. Auch  beschäftigten sich die Schüler mit Ortheils Texten zum Thema „Kreatives Schreiben”. Und natürlich waren  Ortheils außergewöhnliche Biografie und seine stummen Kinderjahre, die er in dem Erfolgsroman „Die Erfindung des Lebens” verarbeitet hat, ein großes und wichtiges Thema im Unterricht.

Hanns-Josef Ortheil wurde 1951 in Köln geboren. Da seine Mutter aufgrund traumatischer Kriegsereignisse (Ortheils vier älteren Brüder kamen ums Leben) an einer Sprachstörung litt, wuchs er  in einer Art autistischer Sprachlosigkeit auf, die sich erst durch den frühen Schreibunterricht seines Vaters langsam verflüchtigte. Das Schreiben wurde immer mehr zu einem existentiellen Medium des Überlebens. Neben der Literatur hatte die Musik für den Sprachlosen die größte Bedeutung. Er erhielt früh Klavierunterricht und setzt seine pianistische Ausbildung später ambitioniert fort. Eine schmerzhafte Erkrankung – möglicherweise Folge exzessiven Übens – machte seinen pianistischen Ambitionen ein Ende. Heute ist Hanns-Josef Ortheil mit zahlreichen historischen und autobiografischen Werken einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller und Literaturvermittler:  1993/94 hielt er die Poetik-Vorlesung an der Universität Paderborn und 1994/95 an der Universität Bielefeld. Im Jahre 1998 übernahm er die Heidelberger Poetik-Dozentur. 2002 wurde er in Hildesheim zum Professor für kreatives Schreiben und Kulturjournalismus berufen. Hanns-Josef Ortheil lebt seit 1982 in Stuttgart.

Die öffentliche Lesung  mit Hanns-Josef Ortheil ist am Mittwoch, 12. März, um 20 Uhr im Foyer der  Geschwister-Scholl-Schule , Gebäude Nord, Bischof-Sproll-Straße 13. Der Eintritt beträgt 8 Euro (ermäßigt 5 Euro).

Besuchen Sie “Wir in Leutkirch” auch auf Facebook

Scroll to Top