Franziska Frauz – eine Igelmama mit großem Herz

Leutkirch (gs) – Ein großes Herz für Tiere, insbesondere für Igel hat Franziska Frauz aus Leutkirch, die sich schon nahezu 20 Jahre um stachelige Artgenossen kümmert, die sonst den Winter ohne menschliche Hilfe nicht überleben würden. Jahr für Jahr hilft die Tierliebhaberin zahlreichen „Meckis“ durch den Winter. Mit der Herbstzeit hat sich auch der Nachwuchs von kleinen Igeln angesagt. Damit diese den Winter gut überstehen können, benötigen die kleinen stacheligen Vierbeiner mindestens ein Gewicht von etwa 800 Gramm. Oftmals ist das aber nicht der Fall. Aus diesem Grund nimmt Frauz seit nahezu 20 Jahren untergewichtige Igel bei sich auf und päppelt diese hoch. Im Frühjahr und mit entsprechendem Gewicht geht es dann wieder zurück in die freie Natur. Begonnen habe zunächst alles mit einem Igel.

Mit den Jahren seien es immer noch mehr geworden, die von Tierarztpraxen, über den Leutkircher Tierschutzverein sowie von Privatpersonen an sie vermittelt wurden. Im vergangenen Jahr seien es 20 Stück an der Zahl gewesen. Leider habe Frauz nur vier davon durchgebracht.

„Die waren einfach zu schwach. Ich konnte nachts schon gar nicht mehr schlafen, weil ich immer Angst hatte, am nächsten Tag wieder einen tot aufzufinden“, erzählte die Igelliebhaberin. Aktuell beherbergt sie drei kleine Babies. „Da kommen bestimmt noch einige dazu, denn der Herbst hat ja erst begonnen“, vermutet Frauz, die in ihrem Tun tatkräftige Unterstützung von ihrem Mann Dieter erhält. „Ich bin immer wieder froh, wenn ich die Kleinen durch den Winter gebracht habe“, sagte Frauz. Viele kleine Igel bedeuten viel Arbeit. So füttert die Expertin ihre Untermieter täglich einmal abends mit Katzenfutter. Stets gibt es frisches Wasser dazu. „Wenn die noch ganz klein sind, füttere ich zweimal am Tag. Bei ganz kleinen Tieren zerkleinere ich die Mahlzeit, da die Minis das sonst noch nicht fressen können“. Während dem Winterschlaf würde sie die Igel stets mit einem speziellen Igeltrockenfutter versorgen und natürlich immer mit frische Wasser und auf keinen Fall mit Milch. So könne sie die Tiere überprüfen. Im Frühjahr und mit ansteigenden Temperaturen würde die tägliche Fütterung mit Nassfutter wieder von vorne beginnen.

„Die nehmen ja über den Winter gewaltig ab und dann muss ich wieder ordentlich füttern, bevor ich die freilassen kann“, erklärte Frauz. Auch ein gemütliches und warmes Zuhause gehöre zur perfekten Überwinterung. So befinden sich im Gewächshaus von Familie Frauz mehrere Holzboxen, die wärmedämmend mit Styropor ausgestattet sind und natürlich mit viel kuscheligem Heu. Als Einstreu und zur Hygiene würde die Igelliebhaberin ausschließlich nur naturbelassenes Sägmehl verwenden. Zusätzlich zur Fütterung käme die regelmäßige Reinigung der Boxen. „Die machen nicht nur Dreck sondern stinken auch gewaltig“, erklärte Frauz. Personen, die hilfsbedürftige Igel finden und bei sich aufnehmen möchten, rät Frauz zunächst eine Gang zum Tierarzt, um die Vierbeiner zu Impfen, Entwurmen sowie von Parasiten zu befreien. Nicht jeder Igel würde jedoch Hilfe benötigen. „Wenn die ein Gewicht von etwa 800 Gramm haben, sollte man die einfach draußen lassen“. Vorsicht sei bei „Meckis“ geboten, die sich tagsüber herumtreiben würden. „Das stimmt meistens was nicht, da die Tiere nachtaktiv sind“, so Frauz.

Bildunterschrift: Klein aber gefräßig. Damit kleine untergewichtige Igel durch den Winter kommen, bedarf es oftmals menschliche Hilfe.

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