Frauen kümmern sich um ihre finanzielle Zukunft

Reichenhofen (gs) – Unter dem Motto: „Unabhängig ist einfach – wenn Frau ihre finanzielle Zukunft selbst in die Hand nimmt“, organisierte die Kreissparkasse Ravensburg am Mittwochabend im Pfarrstadel eine Podiumsdiskussion, in dem die Besucherinnen erfuhren, welche Dinge insbesondere für Frauen zu beachten sind, um abgesichert durchs Leben zu kommen. Begrüßt wurden die Teilnehmerinnen zunächst von Manfred Schöner, Mitgliedes Vorstandes der Kreissparkasse Ravensburg mit den Worten: „Für mich ergibt sich hier ein ganz ungewohntes Bild in einer Zeit, in der es um Finanzangelegenheiten und Vorsorge geht. Im Publikum sitzen neben wenigen Männern, zahlreiche Frauen und hinter mir auf der Bühne auch“. Er erklärte, dass Frauen im Schnitt 21 Prozent weniger verdienen würden wie Männer, 53 Prozent, des weiblichen Geschlechts weniger Rente bekämen und 79 Prozent ihr eigenes Rentenniveau nicht kennen würden.

Moderiert wurde die Podiumsdiskussion von Regio TV Redakteurin Janina Gander, die für die Teilnehmerinnen nicht nur zahlreiche Fragen, rund um das Thema finanzielle Zukunft für Frauen sowie deren optimale Vorsorge, parat hatte, sondern sich während der Veranstaltung auch immer wieder Gedanken über den Stand ihrer eigenen, persönlichen Angelegenheiten machte.

Folgende Gesprächsteilnehmerinnen aus den unterschiedlichsten Bereichen haben an der Podiumsdiskussion teilgenommen: Marlene Gegenbauer, Leiterin des Regionalzentrums Ravensburg Deutsche Rentenversicherung, Angelika Hipp-Streicher, Fachleitung Familie & Integration Caritas Bodensee-Oberschwaben, Andrea Kempf, Direktionsbevollmächtigte betriebliche Altersvorsorge SV bAV Consulting, Liv Pfluger, Diplompädagogin und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Kreistag sowie Tanja Sander von der DekaBank Deutsche Girozentrale. Sämtliche Rednerinnen sind sich dabei einig gewesen, dass die gesetzliche Rente in den meisten Fällen nicht ausreicht, um im Alter oder in gewissen Lebenssituationen, später den gewohnten Lebensstandard halten zu können. Sander und Kempf informierten vorwiegen über die verschiedensten finanziellen Vorsorge- und Anlegemöglichkeiten, wie Vermögenswirksame Leistungen, private Rentenversicherungen, betriebliche Altersvorsorge oder Aktien.

Gleichzeitig machten sie nicht nur darauf aufmerksam, was in jedem einzelnem Fall zu beachten ist sondern brachten auch den zeitlichen Aspekt: „Je früher sich um eine Vorsorge kümmern, umso besser“ zur Sprache. Liv Pfluger und Hipp-Streicher machten dagegen mehr auf die Probleme des Frauenalltags, sowie deren Unbekümmertheit, hinsichtlich deren Partnerschaft oder Ehe aufmerksam. „Da gibt es oftmals bei den Frauen eine gewisse Sprachlosigkeit, wenn diese bemerken, dass sie durch die verschiedensten Umstände in eine finanzielle Abhängigkeit geraten sind“, so Pfluger. Denn vielfach würden diese denken, dass sich irgendwann schon alles von alleine regeln würde. Deshalb müsse an den Kopf des weiblichen Geschlechts appelliert werden, rechtzeitig Vorsorge zu treffen, wie es im Extremfall weitergehen kann. Hipp-Streicher appellierte unter anderem an Frauen, die Elternzeit in Anspruch zu nehmen, um somit wieder einen frühzeitigen Einstieg ins Arbeitsleben zu erreichen. „Ich erlebe es immer wieder positiv, wenn Frauen bald nach der Geburt ihrer Kinder wieder in ihren Beruf zurückkommen. Schließlich haben diese auch einiges in ihre Ausbildung investiert“.

Von Mini-Jobs hält Hipp-Streicher nicht viel. „Wer lange in einem Mini-Job tätig ist, hat meist Schwierigkeiten wieder ins eigentliche Berufsleben einzusteigen“. Außerdem sei Arbeit nicht nur da, um Geld zu verdienen, sondern auch um sich selber die eigene Leistung unter Beweis stellen zu können. Neben den genannten Themen kamen zusätzlich zahlreiche andere Punkte, wie was passiert bei Krankheit, Erwerbslosigkeit, Trennung, Scheidung, Pflegenden Angehörigen oder Tod hinsichtlich der eigenen Rentenvorsorge zur Sprache. Für all diese Angelegenheiten hatte Gegenbauer stets eine Antwort parat. Sie erklärte: „Nur eine gesetzliche Rente wird vermutlich nicht ausreichen. Kommen Sie zu uns, lassen Sie sich unverbindlich beraten, wir sind gerne für Sie da“. Im Anschluss an die Veranstaltung bot sich den Besucherinnen bei einem kleinen Imbiss, der vom Partyservice der Landfrauen organisiert wurde, nicht nur die Möglichkeit zum gegenseitigen Austausch, vielmehr konnten sich diese, bei den zahlreichen Angestellten der Kreissparkasse Ravensburg sowie bei den Gesprächsteilnehmerinnen der Podiumsdiskussion eingehend über eine vernünftige Vorsorge informieren lassen.

Begeistert von der Veranstaltung sind jedoch alle Frauen gewesen. „Das ist einfach ein großes Thema in der heutigen Zeit. Die meisten heiraten gar nicht mehr und wenn die Beziehung dann nach vielen Jahren aus einander bricht ist die Katastrophe da“, sagte Rosemarie Bodenmiller aus Leutkirch. Sofie Weiler, ebenfalls aus Leutkirch machte auf die Notwendigkeit aufmerksam, bereits an Schulen an junge Mädchen heranzukommen, um ihnen ein gewisses Bewusstsein für die Zukunft mit auf den Weg zu geben. Liliana Kösler aus Ravensburg erklärte: „Das hier ist ein Thema, das jede Frau angeht“. Ebenso sieht das Caroline Schutz aus Willerazhofen.

Bildunterschrift:

Sparkassen-Regionalleiter Walter Braun (zweiter von rechts) sowie Manfred Schöner, Mitglied des Vorstandes der Kreissparkasse Ravensburg (fünfter von rechts) bedanken sich am Mittwochabend im Pfarrstadel in Reichenhofen bei den Diskussionsteilnehmerinnen Marlene Gegenbauer, Angelika Hipp-Streicher, Liv Pfluger, Tanja Sander sowie bei Andrea Kempf und Regio-TV Moderatorin Janina Gander für eine gelungene Veranstaltung zum Thema: „Unabhängig ist einfach – wenn Frau ihre finanzielle Zukunft in die Hand nimmt“.

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