Frauen nähen für die Passionsspiele: Mehr Statisten brauchen mehr Gewänder in allen Größen

Engerazhofen – So gut wie alle Bürger bereiten sich seit Wochen intensiv auf die fünften Passionsspiele im April vor. Kürzlich kamen Frauen mit ihren privaten Nähmaschinen im Haus der Mitte zusammen, um die noch fehlenden Gewänder fürs Volk, hauptsächlich in den Größen L und XL zu nähen. Dank der Spende einer Rolle rohweißen Baumwollstoffs konnten daraus allein schon rund 30 Gewänder in T-Form zugeschnitten werden. Nicht nur der große Kleiderfundus wird derzeit wegen Ausbesserungen durchgecheckt, etliche neue Gewänder sind aufgrund von zusätzlich rund 100 Statisten nötig. Unter der Regie von Lisa Netzer und Lucia Leising samt ihren „Azubis“ Lisa Geißler und Anna Leising wurden Gewänder zugeschnitten und genäht.

Vieles wird vom 15-köpfigen Nähteam auch zu Hause noch fertig gestellt. Die neun Hohepriester werden neu ausgestattet mit körperlangen schwarzen Schals sowie einer schwarzen Haube auf dem Kopf nach Vorgabe von Pfarrer Wrobel, der zusammen mit Fred Sipple die Regie führt. Gespielt wird das Volk vom Baby auf dem Arm der Mutter bis zum 90-jährigen Senior, alle Generationen sind dabei und brauchen entsprechende Bekleidung. Die Frauen tragen Kopfschals, teils auch die Männer. Die Apostel haben  Gewänder mit weißen Schals. Die Soldatengruppe ist gleich wie letztes Mal: Weiße Untergewänder, darüber eine Art Lederkostüm.

Gewänder werden eingefärbt

Die fertig genähten Kleider werden von Lisa Netzer und Lucia Leising zu Hause in ihren Waschmaschinen eingefärbt. Manche Stoffe bleiben rohweiß. Als Farben eignen sich blau, grün, gelb, altrosa oder braun, so wie damals die Farbgebungen waren. Anfang April finden zwei Kleiderausgaben für die Statisten statt. „Pfarrer Wrobel legt Wert darauf, dass alle Stoffe aus Baumwolle oder Leinen sind und keine Synthetiks, keine glänzende Stoffe oder welche mit Mustern verwendet werden“, erläutern Lisa Netzer und Lucia Leising. Erlaubt sind allenfalls Borten sowie Gürtel aus Leder.

Alles wird großzügig genäht, nichts soll eng sein, denn darunter sind bei den Spielen vielleicht Pullis und Anoraks erforderlich, je nach Temperatur. Brillen, Uhren und Schmuck sind tabu. „Wenn jemand ohne Brille schlecht sieht, wird er von anderen an die Hand genommen“, schmunzeln die Frauen. Man hat für alles eine Lösung. Zudem sind die meisten schon das fünfte Mal dabei und sehr „Passionsspiel-erfahren“. Als Schuhe dürfen Bergschuhe getragen werden. Nur die Soldaten müssen barfuß in Sandalen mit Riemen an den Waden auftreten, egal welche Witterung herrscht.

Bilder vom Zuschneiden und Nähen neuer Gewänder, Kostümegruppe von rechts: Hoherpriester, Jünger, Soldat und Volk, jede Generation

Infos: Die Passionsspiele finden am 18./19. und 25./26. April, jeweils um 19.30 Uhr, bei der La-Salette-Kapelle Engerazhofen statt.

www.passionsspiele-engerazhofen.de

Scroll to Top