Galerie Dorothea Schrade: Nach dem Verlust durch Brandschaden malt sie fast nur noch: “Ausstellung „Ernte 21“

DIEPOLDSHOFEN – Bei dem schrecklichen Schwelbrand im Künstlerhaus „Adler“ im Januar 2021, das die Künstlerin Dorothea Schrade seit einigen Jahren angemietet hat, sind Hunderte von Bildern verbrannt, das ganze Lebenswerk vernichtet worden. Mit Galerie, wechselnden Ausstellungen und Aktionstagen ist Schrade zu einer Institution im Dorf geworden, ganz abgesehen von ihrem einmaligen „Pferdles-Museum“, das heil geblieben ist. Man könnte meinen, dieser immense Schaden hätte die Künstlerin gelähmt. Doch im wahrsten Sinne, wie der Phönix aus der Asche, war dem nicht so. „Noch in der Brandnacht habe ich begonnen zu malen. Seitdem male ich, kann nicht mehr aufhören, es ist wie ein Rausch“, erzählt die Künstlerin. Es kämen ihr ständig neue Ideen in den Sinn, darunter natürlich ihre Lieblingsmotive wie Mohnblumen und das schöne Allgäuer Braunvieh.

„Die Kühe haben bei mir aber immer Hörner“, schmunzelt die „unverwüstliche“ 78-Jährige, die seit gut 15 Jahren das Alte Pfarrhaus mit seinen nostalgischen Räumen zu ihrer Heimat erkoren hat. Ihre Motive zeigen oft auch Blütenpracht im Frühling, Landschaften, Wiesen und Wälder in verschiedenen Jahreszeiten. Dorothea Schrade ist der Natur sehr verbunden und mahnt: „Wir Menschen müssen die Schöpfung bewahren, sie ist unsere einzige Lebensgrundlage. Wir dürfen die Natur nicht so verächtlich behandeln, wir sollten mutig vorangehen und mehr Verzicht lernen“, so ihr Plädoyer, denn jeder kann es sehen, dass es so mit der Natur, mit dem Klima nicht weitergehen können.

Schrade beobachtet in Diepoldshofen, dass es Jahr für Jahr immer weniger Vögel in ihrem Garten gibt. Auch die Mauersegler gegenüber unter dem Dach der Alten Schule, sind verschwunden. „Früher waren hier zwölf Brutpaare“, erinnert sie sich und erklärt, dass die Vögel immer weniger Lebensraum haben und dass es immer weniger Insekten gebe.

Über die Mohnblume  – Erste Vernissage wieder im Herbst 2021

„Die Mohnblume ist symbolisch für die Zeit zwischen Leben und Tod. „Nach Tschernobyl 1986 begann ich mit Mohnblumen. Nun ist sie wieder aktuell – nach dem Brand entsteht wieder Neues. Als die Corona-Lage im Sommer dieses Jahres sicherer schien, wagte es Schrade Mitte Oktober, zur Vernissage für die neue Ausstellung „Ernte 2021“ einzuladen. Musiker spielten Klavier, Geige und Flöte und zwei Jodlerinnen erfreuten das Publikum. Eine Lesung des 2020 erschienenen Buches „O Fortuna du Luder“ von Schrade, rundete die Veranstaltung ab. „Es war schön, mal wieder Kunstinteressierte im Haus zu haben, zu feiern, Gäste zu bewirten usw“, schwärmt sie.

Kunstkonto und Ausstellungs-Öffnungszeiten

Corona hat die Kunst- und Kulturszene nachhaltig verändert, und so hat Dorothea Schrade schon 2020 das Kunstkonto ins Leben gerufen. Interessierte, die ein bestimmtes Bild von ihr erwerben möchten, können den Verkaufspreis oder einen Betrag auf Raten ansparen. Die Laufzeit beträgt ein bis 5 Jahre. Man kann auch nur ansparen, ohne ein bestimmtes Bild im Visier zu haben.

Kontakt: Galerie Dorothea Schrade, Pfarrer-Lamprecht-Str. 1, geöffnet ist freitags und samstags von 11 bis 15 Uhr oder nach Vereinbarung. Tel.: 07561 / 984 154 oder:

www.dorothea-schrade.de
info@galerie-tobias-schrade.de

P.S. : Neben Ausstellungen hat Dorothea Schrade über viele Jahre lang die Kunst-Akademie für Frauen mit Workshops verschiedener Dozenteninnen in unterschiedlichen Kunst-Kultur-Arten, wie Literatur, Musik, töpfern, Theater usw. Damit will sie jetzt nach 20 Jahren aufhören, und sich nur noch ihrer eigenen Kunst widmen.

Text und Bilder / Archivbilder: C. Notz

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