Ganz großes Kino beim Clipcontest der elobau-Stiftung: Cenk Yagkan gewinnt den Hauptpreis

Leutkirch – Elobau Stiftung überreicht bei der Clip-Award-Night Preisgelder im Wert von 5000 Euro und NEIN, es waren keine Profifilme, die da zu sehen waren, aber so mancher Videoclip war nicht weit davon entfernt. Schüler – und auch ein paar Studenten – hatten insgesamt fast 50 Clips beim zweiten Filmwettbewerb der Elobau-Stiftung eingereicht, die ihn zusammen mit dem Jugendhaus Leutkirch initiiert hatte – wie bereits im letzten Jahr, als „Heimat“ das Thema war. In diesem Jahr sollten 100 Sekunden lange Clips zu „Typisch Mensch, typisch Leben, typisch Missverständnis“ eingesendet werden. Die Gewinner der Preise im Gesamtwert von 5000 Euro waren im Vorfeld von einer Jury festgelegt worden und wurden am Freitagabend bei der Clip-Award-Night in der Festhalle überreicht.

Die Moderatoren Peter Aulmann, Geschäftsführer der Elobau Stiftung, und Jasmin Prison vom Aktivenrat des Jugendhauses waren sichtlich angetan bei der Begrüßung. Die Festhalle war voll, die Deko im Stil der 1960-er-Jahre aus dem elektrotechnischen Museum samt rotem Teppich tat ein Übriges zum Ambiente einer Preisverleihung. Eltern waren gekommen, Geschwister, Freunde, Cliptestteilnehmer vom letzten Jahr, die achtköpfige Jury und natürlich die Filmemacher selbst. Auch für musikalische Unterhaltung war gesorgt worden. Im Foyer spieltet die Gruppe „Die Propeller“. Stargäste waren allerdings die Filmemacher, hauptsächlich Jugendliche, Leutkircher Schüler. Sie haben in ihrer Freizeit Videoclips gedreht, die Missverständnisse im menschlichen Zusammenleben zeigen sollen oder auch das Thema Nachhaltigkeit im Alltag. Und die jetzt auf das Urteil warteten, in lockerer Stimmung, ein bisschen nervös der eine, ein bisschen glamourös die andere. Eine Mutter ist sich sicher: „Das ist heute alles deutlich professioneller als noch im letzten Jahr, allein schon die Deko.“

5000 Euro hat die Elobau Stiftung für kreative Clipmacher auch in diesem Jahr ausgelobt. Für die achtköpfige Jury, darunter Filmprofis wie Dorothea Neukirchen von der Deutschen Filmakademie oder Experten für Sprache und Ausdruck wie Simon Nill von der Schwäbischen Zeitung oder Stefan Ammermann vom HMG, sei es nicht leicht gewesen, wussten die Moderatoren. „Eine Geschichte zu erzählen“, so Neukirchen, „ist nämlich überhaupt nicht einfach“. Und gab sich erstaunt, ob der vielen, wirklich guten Geschichten, die sie habe anschauen dürfen. Von „Tiefgang mit Botschaft“ war von der Jury zu hören  und auch von „ganz großem Kino.“ Sascha Dargel, der Gewinner vom letzten Jahr und deshalb ebenfalls Jurymitglied, erzählte: „Ich habe mein Preisgeld investiert und eine Firma gegründet.“ Dort produziert er inzwischen, wen wundert’s, Videofilme für Unternehmen.

Natürlich durften an diesem Abend auch die Zuschauer alle Filme sehen. In jeweils vier Blöcken. Die Palette war vielfältig, die Ideen dahinter auch. Plastiktüten, Einkaufsverhalten, Coffe-To-Go-Becher, Liebesleben und immer wieder Wiesen, Natur und die Umwelt – ganz allgemein. Überproportional stark vertreten waren dabei die Schüler von der TGG 12, einer Klasse des Leutkircher Technischen Gymnasiums, die von Peter Aulmann am Ende als „Abräumer des Abends“ bezeichnet wurden. Aber auch einige Schüler der Kunstschule Sauterleute waren mit Beiträgen vertreten. Es gab kurze, lustige Filmchen. Es gab ernste Themen wie Behinderung, es gab Stadtimpressionen und es gab dialektgefärbte, mit Drohnen gefilmte Mahnungen zum Thema Freundschaft. Der Abend war kurzweilig, beste Unterhaltung, aufgelockert mit Selbstgedichtetem von den Poetry-Slammerinnen Mirjana Muck und Kelly Streit, oder einer kleinen Rede von Raimund Haser. „Wer’s gut macht und wer es ernst meint, der kann es auf diesem Gebiet auch zu etwas bringen“,  motivierte der Landtagsabgeordnete die Jugend im Saal. Übers Smartphone konnten die Zuschauer auch gleich über den Publikumspreis abstimmen. Dabei war klar: Lacher zu ernten, ist ganz schön schwierig, aber durchaus machbar.

Ganz zum Schluss wurde erst verraten, welche der acht Filme Preise gewonnen hatten. Viel Applaus am Ende für die Clipdreher, Hauptpreisgewinner Cenk Yagkan will sich von seinem Preisgeld „jetzt endlich eine richtige Kamera kaufen“. Viel Beifall auch für alle Teilnehmer (jeder ist mit 50 Euro nach Hause gegangen), für den Aktivenrat des Jugendhauses, der die Organisation stemmte, die anderen Preisträger und nicht zuletzt für das Moderatorenduo, das keine Sekunde Langeweile aufkommen ließ. Und das ist bei einem mehr als drei Stunden dauernden Programm wahrlich eine Kunst.

Die Gewinner in der Übersicht

Der Hauptpreis (1000 Euro) ging an Cenk Yagkan, der im letzten Jahr die Kategorie für die beste technische Umsetzung gewonnen hatte. Sein Film „Quell des Lebens“ über die Problematik des Umgangs mit der Ressource Wasser, hatte die Jury restlos überzeugt.

In der Kategorie „technische Umsetzung“ (500 Euro) gewann der Beitrag „Carpe diem“ von Andreas Schrön, Moritz Moosmayer und Jan Christmann. Der Film der drei HMG-Schüler zum Thema Freundschaft beeindruckte die Jury durch Drohnen-Aufnahmen in bester Qualität.

Die Kategorie „Kreativität“ (500 Euro) ging an den Clip „Total control“ von Luisa Schmidt und Ion Wunderle. Die beiden Schüler vom TG hatten sich den Themen Umweltbewusstsein und Einkaufsverhalten gewidmet.

Der Preis für Umwelt und Nachhaltigkeit ging an den Beitrag „Apfelvergleich“ der TG-Schülerinnen Anna Häberle, Vanessa Berger und Nicole Meisterburg (ebenfalls 500 Euro).

Den Publikumspreis erhielten Tobias Gronmaier und Emma Wessely für ihren lustigen Beitrag „ein normaler Abend“ über ein typisches Mann-Frau-Missverständnis.

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