Gezockt wird um die D-Mark

Heggelbach (gs) – Der Euro hat seit knapp 20 Jahren als Bargeld ausgedient. Kein Grund für eine kleine Männerrunde aus Leutkirch, um nach wie vor, jeden Freitagabend im Gasthaus Hirsch in Heggelbach beim Schafkopfspiel um die ausgediente DM-Mark zu zocken. Dabei steht nicht nur der Spielspaß im Vordergrund, sondern das gemeinsame Beisammensein. Während andere in ihrer Freizeit regelmäßig Sport betreiben oder sich zum Briefmarkenaustausch treffen, gibt eine kleine Männerrunde, die jeden Freitagabend zum Schafkopfspiel in Heggelbach zusammenkommt. Das Besondere dabei ist, dass beim wöchentlichen Treffen nicht um den Euro, sondern nach wie vor um die D-Mark gezockt wird.

So bringt jeder Teilnehmer zur wöchentlichen Zusammenkunft sein eigenes Päckchen mit den verschiedensten Münzen der alten Währung mit. Dabei kommt regelmäßig ein Wert von etwa 400 Mark auf den Tisch. Dennoch nicht jeder Spieler hat gleich viel Geld in seinem Beutelchen. Während Karl-Siegfried Essig jeweils etwa 270 Mark mitbringt, haben andere Spieler nur 20 Mark dabei. Für die Kameraden jedoch kein Problem. Denn wenn an der einen oder anderen Stelle das Geld ausgeht, dann wird einfach beim Kameraden Euro gegen die D-Mark gekauft. Und so bleibt der gesamte Wert der ehemaligen Währung wieder in der Runde.

Umgerechnet wird zwei zu eins. Aber weshalb wird um die D-Mark gespielt? Essig hatte dazu seine ganz klare Meinung: „Die D-Mark hatte halt noch richtig Wert. Das neue Geld verreckt ja eh wieder irgendwann“. Siegfried Widler meinte: „Wir haben bereits, als vor knapp 20 Jahren umgestellt wurde, mit der D-Mark gespielt und jetzt machen wir auch so weiter“. Dass Schafkopfen mächtig Spaß machen kann, zeigten im Verlauf des Abends folgende freudige Aussagen: „So und jetzt komm ich mit meinem Blatt raus“ oder „Das gibt jetzt richtig Asche“. Eine klare Aussage, denn der Verlierer bezahlt pro runde immerhin zehn Pfennig. „Groß gewinnen tust da nichts“, sagte Martin Warger. „Andere zocken um Spielgeld, wir halt um die D-Mark“, da sind sich die Kartenbrüder einig. Kartenspieler Michael Benés erklärte: „Uns macht nicht nur das Kartenspielen viel Spaß, vielmehr steht bei uns die Kameradschaft im Vordergrund“. Das sah auch Kartenspieler Franz Schönenberger so: „Das Schöne hierbei ist, dass das gegenseitige Frotzeln nichts kostet“.

Infos: Schafkopf ist ein traditionelles deutsches Kartenspiel. In seiner heutigen Gestalt als Bayerischer Schafkopf oder Bayerisch-Schafkopf ist es eines der beliebtesten und verbreitetsten Kartenspiele Bayerns und angrenzender Regionen. Es gilt als Kulturgut und Teil der altbayrischen und der fränkischen Lebensart.

Bildunterschrift: Eine kleine Männerrunde aus Leutkirch zockt bereits seit knapp 30 Jahren beim Schafkopfspiel um die D-Mark.

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