Glaube in Vielfalt – Alles andere wäre langweilig: 60 Teilnehmer setzen ein Zeichen für Religionsfreiheit

Leutkirch – „Ich stelle mir Gott als die Macht vor, die Leben ermöglicht.“ So sagte es einst ein Priester zu Karl-Anton Maucher. Der Leiter der Leutkircher Volkshochschule hielt eine engagierte Rede anlässlich einer Kundgebung für religiöse Vielfalt in der Leutkircher Innenstadt. Er machte darin deutlich, wie sehr wir alle geprägt sind – durch unsere Sozialisation, unsere Bildung, unseren Glauben. Wie gut wir es haben, dass wir in einem wohl geordneten, demokratisch legitimierten Gemeinwesen leben, das weitreichende Freiheiten gewährleisten kann. Welche Herausforderung es darstellt, einander immer wieder Raum zu geben, zuzuhören und erst einmal ins Gespräch zu kommen, bevor man urteilt. Und dass wir alle uns jeden Tag neu für ein gutes Leben miteinander entscheiden können.

Etwa 60 Leute waren auf dem Gänsbühl zusammengekommen. Die Kundgebung fand statt im Rahmen der Interkulturellen Woche im Landkreis und wurde von Mitgliedern mehrerer religiöser Gemeinden organisiert. „Demokratie leben!“ koordinierte die Veranstaltung. „Stellen Sie sich vor, wir wären alle gleich – das wäre ja langweilig“ kommentiert Maria Hönig von „Demokratie leben!“. „Ich muss natürlich längst nicht alles andere gut finden. Aber dass jede und jeder sein Leben frei leben kann, dafür würde ich mich immer einsetzen.“

Unterhalb des Gänselieslbrunnens konnten die Teilnehmenden anschließend ihren Gedanken zum Thema auf einem „Religionsteppich“ Ausdruck geben. Über sechs Biertische erstreckte sich eine Papierrolle. Verschiedene Leutkircher Kindergärten waren im Vorfeld bereits fleißig gewesen und hatten Teile des Teppichs gestaltet. Bunte Kinderhände waren da immer wieder zu sehen, sie bildeten Blumen und Bäume. Die Erwachsenen schrieben daneben: „Unser Reichtum ist unsere Vielfältigkeit“ und „Lasst den Glauben Glaube sein, habt euch einfach lieb.“

Bildnachweis: Stiftung St. Anna

Die Partnerschaft für Demokratie Leutkirch-Aichstetten-Aitrach wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

 

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