Helikopter setzt zwischen Aichstetten und Leutkirch 70 Strommasten ein

Leutkirch/Unterzeil (gs) – Einen außergewöhnlichen Arbeitseinsatz gab es am Dienstag, in der Zeit von 8 bis 13 Uhr an der Bahnstrecke zwischen Aichstetten und Leutkirch. In nur fünf Stunden setzte ein Arbeitshubschrauber insgesamt 70 Masten für die bevorstehende Elektrifizierung der Württemberg-Allgäu Bahn auf dieser Strecke ein. 70 Mal hin und herfliegen hat es am Dienstag für Hubschrauber Pilot Charles Corthay geheißen, der mit einem einsitzigen Transporthubschrauber der Marke Kaman Max von der Firma Rotex und im Auftrag der Firma Heliswiss aus Küssnacht (Schweiz) dieselbe Anzahl von ungefähr 1500 bis 2000 Kilogramm schweren Masten vom Holzhof zu den vorbereiteten und etwa fünf bis sieben Meter tiefen mit Stahlrohr ausgestatteten Erdlöchern brachte, um diese hier einzusetzen.

Ein Geschoss, das mit seinem Gewicht von 2300 Kilogramm Leermasse mehr tragen kann, als es selber wiegt. Dabei peilte Pilot Corthay in Windeseile die verschiedenen Standorte an, um die 12 bis 15 meterlangen Kolosse aus einer Höhe von etwa 50 Metern zu positionieren, bevor diese von Mitarbeitern der Firma SPL Powerlines Germany aus Forchheim haarscharf und peinlichst genau in die Erde eingelassen wurden.

Ein Flug dauerte etwa drei bis vier Minuten. Zwischendurch musste natürlich auch mal getankt werden. Aber auch dieser Vorgang erledigte sich fast wie von selbst und in kürzester Zeit. Befestigt wurden die Teile an Ort und Stelle anhand Holzspalten, bevor diese nach entsprechender Ausrichtung, einbetoniert werden. „Der Zugang zu den Gleisen ist mit einem Helikopter wesentlich einfacher als mit einem Zug mit Kran“, berichtete Alexander Plan, Projektleiter der Firma SPL Powerlines Germany. Am Ende des Arbeitseinsatzes gab es für sämtliche Beteiligten nicht nur eine Teambesprechung bei der jeder Mitwirkende Verbesserungsvorschläge einbringen durfte, sondern auch noch großes Lob. „Wir sind schneller fertig gewesen, als wir erwartet haben. Die Zusammenarbeit mit der Firma Powerlines Germany hat einfach gut funktioniert. Die haben sämtliche Vorbereitungsmaßnahmen perfekt erledigt und alles so umgesetzt, wie wir das wollten“, sagte Jörg Mazana, Projektleiter der Firma Heliswiss. Großes Lob hat es auch vom Hubschrauberpiloten gegeben: „Der Wind war zwar etwas böig, was aber keine Schwierigkeiten bedeutete. Die Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften am Boden verlief einwandfrei“.

Die Aufsicht über die Maßnahmen hatten Mitarbeiter der Bauüberwachung der Firma Eba-Consulat aus Hessen, die überwiegend für die Deutsche Bahn im Einsatz sind. Durchschnaufen können die Arbeiter jedoch noch lange nicht, da im Anschluss zwischen den Teilstrecken Leutkirch bis hin zur Autobahn und anschließend von der Autobahn bis Kißlegg, jeweils weitere 80 Masten gesetzt werden. Aus Sicherheitsgründen wurde der Verkehrslandeplatz Unterzeil an diesem Tag für den Flugbetrieb gesperrt. „Eigens für die Maßnahmen haben wir beim Regierungspräsidium eine Erlaubnis eingeholt, dass der Flugbetrieb heute nicht stattfindet. Das musste sein, da der Unterzeiler Verkehrslandeflugplatz Betriebspflicht hat. Außerdem hätten wir ohne diese Sperrung gar nicht arbeiten können“, erklärte Heliswiss-Projektleiter Mazana. Zusätzlich wurde die Autobahn, während der Maßnahmen einspurig in beide Richtungen gesperrt. Laut Aussage der Verantwortlichen sollen die Maßnahmen für die Elektrifizierung der Württemberg-Allgäu-Bahn auf der Strecke München, Memmingen, Lindau bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.

Bildunterschrift: Klein aber oho – ein Transporthubschrauber der Marke Kaman Max transportiert am Dienstag, im Bereich der Bahnstecke zwischen Aichstetten und Leutkirch, insgesamt 70, zwischen 1500 bis 2000 schwere Strommasten, um die Elektrifizierung der Allgäu-Bahn zwischen München, Memmingen und Lindau voranzutreiben.