Herz-Kissen für Frauen nach Brustkrebs-Operationen: Frauen nähen ehrenamtlich Hunderte von Kissen

Leutkirch-Tautenhofen – Ein kurzer Hilferuf von der Onkologie der OSK Wangen, die Kissen gingen aus, reicht, dass einige Frauen in Tautenhofen und Leutkirch aktiv werden, zu Stoff, Nadel und Füllmaterial greifen und wieder Säckeweise Herz-Kissen herstellen und liefern. Die Vorgeschichte: 2017 las Martina Herrmann aus Tautenhofen von den sogenannten Herz-Kissen, die Frauen nach einer Brustkrebs-Operation gut tun. Die kleinen Kissen in Herzform mit 160 Gramm Füllmaterial fördern den Lymphefluss und lindern Schmerzen, wenn sie zwischen Arm und Brust getragen werden. Mit Larisa Ross aus Leutkirch fand Martina Herrmann eine Mitstreiterin für die Anfertigung der Kissen.

Sie kaufte verschiedene Baumwoll-Bettwäsche-Sets, die zerschnitten viele kleine Kissen ergaben. Das Schnittmuster lieferte die Waldburg-Zeil-Klinik in Neutrauchburg. Larisa nähte die Herzen, Martina besorgte Füllmaterial und stopfe sie aus. Im Dezember 2017 lieferten sie erstmals 86 Kissen an die OSK Wangen, im Januar 2018 nochmals 112 Kissen und im November 153 Stück. Die Materialkosten übernahm die OSK. Die Kissen wurden 2019 schnell weniger, immer mehr Brustkrebs-Operationen schien es zu geben. So halfen zum zweiten Mal bei dieser Aktion auch Frauen der Leutkircher Selbsthilfegruppe Frauen nach Krebs, wie Renate Schönenberger, Inge Hess und Betina Freier. „Wir sind sowieso jede Woche in Wangen und besuchen im Krankenhaus die neuen Brustkrebs-Patientinnen“, sagt Vorsitzende Renate Schönenberger, die die Kissen ausliefert. Rund 250 Patientinnen sind es jedes Jahr, die besucht werden.

Die von Hand und ehrenamtlich gefertigten Herz-Kissen seien jede Minute wert, meint Martina Herrmann, denn eine frisch operierte Frau hat ihr mal folgendes anvertraut: „Sie glauben nicht, wie das ist, wenn man diese Diagnose hat und mit dem Herz-Kissen erfährt, dass schon lange davor Frauen etwas für einen gemacht haben, nämlich dieses schöne Herz-Kissen!“

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