Hubert Felder entdeckt neues Hobby: Krippenstadl aus alten Obstkisten und Haselnuss-Ruten

Leutkirch – Hubert Felder hat sein Leben lang gearbeitet, erst als Landwirt auf seinem Hof in Reichenhofen und im eigenen Wald, dann als angelernter Maurer auf dem Bau bis zur Rente. Mit Holz hat er immer gerne „gebäschtelt“ und einige Jahre lang große und kleine Tannenbäume aus Rinde gefertigt. Die meisten hat er dem Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm e.V. für deren Adventsbazare überlassen und den Verkaufspreis gespendet. Im Januar 2020 wollte er mal was anderes machen und kam auf die Idee Krippenstadl zu bauen, weil ihn Krippenausstellungen immer so begeistern und es so viele Variationen gibt. Mit einigen Fachbüchern und eigenen Ideen fing es an.

Vorbild war ihm zunächst eine über 100 Jahre alte Krippe, die seine Frau Gertrud von deren Oma hatte, die aus Oberschwaben stammte. Eine Blockhütte mit Seitengebäuden und alle Dächer dick mit Tannenrinde bedeckt, das war sein erstes Werk. Es folgten mehr oder weniger aufwendige Scheunen, Hütten, Stadl und andere rustikale Gebäude, jede war anders. Bei einigen errichtete er ein kleine Fassade mit Steinen, die er auf Spaziergängen sammelte.

Riegelfachwerk, Brunnen und Heuboden

„Als Maurer wollte ich einfach auch ein bisschen Mauerwerk in die Holzstadl reinbringen“, schmunzelt der fitte 79-Jährige und zeigt die vielen kleinen Details, die in seinen Stadeln drin stecken. Da sind die Sprossenfenster mit Läden, mal eine Riegelfachwerk-Fassade, mal ein Walmdach, ein gemauerter Brunnen mit Dächle, kleine Sitzgruppen aus Holz, ein Holzstapel an der Außenwand und sogar Werkzeuge wie Sense, Mistgabel oder Rechen, alle in Miniaturausgabe. Meist errichtet er auch einen Heuboden mit richtigem Heu unter dem Dach und Futterkrippen für Ochs und Esel.

Die tragenden Elemente sind aus Kanthölzern, die Dächer mit Schindeln aus alten Obstkistenböden gedeckt. „Ich hab schon unzählige Obstkisten vom Wochenmarkt heim gebracht“, erzählt Felder und das sei fast peinlich, weil sich wohl jeder frage, was er damit macht. „Ich schau mir auch jede Hütte draußen auf den Wiesen genau an, ob ich da eine Idee mit in meine Krippenwerkstatt nehmen kann“, sagt der Senior aus Reichenhofen, der seit Januar schon an die 40 Stadel gezimmert hat. Zum Schluss wird das Krippengebäude samt Dach ringsherum mit einem Bunsenbrenner angeschwärzt, damit es rustikaler wirkt.

Blockhütten aus Haselnuss-Stecken

Erst war es eine schöne Beschäftigung in der Corona-Auszeit, doch dann wurde fast eine Sucht daraus, gesteht Felder. Immer neue Kreationen von Gebäuden entwarf er, die er zunächst 1 zu 1 aufzeichnet und dann aus vielen Einzelteilen zusammenbaut und -klebt. Darunter sind auch Blockhäuser, die er nur aus Haselnuss-Stecken konstruiert. Fast jeder Krippenstadel hat ein Fundament und einen Holzzaun drumherum.

Hubert Felder hat genügend Platz für sein Hobby in der ehemaligen Scheune seines Hofes und auch alle wichtigen Maschinen. Zum einen sei das Schönste im Gegensatz zum Beruf Maurer, dass er seine Werkzeuge nicht putzen muss, sondern einfach den Schalter ausmacht und zum anderen, dass er mit seinen Stadeln viel Freude bereitet, sich, seiner Familie und den eventuellen Interessenten, die ihn gerne besuchen können.

Weitere Infos unter Tel. 07561/2126

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