Jede Minute zählt – 40 Teilnehmer beim DAV-Lawinenverschütteten-Such-Kurs

Leutkirch – Aktueller hätte der jährliche Lawinenverschütteten-Such-Kurs nicht sein können. Der Schnee in Leutkirch lag fast einen halben Meter hoch, Lawinenabgänge in Balderschwang und am Arlberg hielten Retter auf Trab. Rund 40 Interessierte, so viele wie noch nie, kamen zum Theorie-Abend in den Hotel-Rad-Saal und ließen sich von DAV-Skitourenleiterin Ulli Oelhaf in die „Lawinenkunde“ einführen. Die Lawinenlage-Einschätzung mittels Snow-Card wurde erklärt, ebenso die acht Punkte, die es nach einem Lawinenabgang für die Nichtverschütteten zu befolgen gilt. „Schnell muss es gehen und es dürfen keine Fehler bei der Suche gemacht werden. Schon nach 15 Minuten nimmt die Überlebenschance eines Verschütteten rapide ab“, so die erfahrene Skitourengeherin Oelhaf.

Auch für Schneeschuhwanderer und Free-Rider (abseits der Pisten) war der Kurs spannend und wichtig. Authentisches Filmmaterial, aufgenommen von mehreren Bergführern, vermittelte den Teilnehmern einen Eindruck von der Praxis, wenn es darum geht, Verschüttete zu finden, auszugraben und Erste Hilfe zu leisten.

Suchen, Finden, Ausgraben

Der zweite Teil des Kurses, das praktische Üben und Suchen fand aufgrund der guten Schneelage in Leutkirch statt. 30 Kursteilnehmer fanden sich ein, ausgerüstet mit Lawinensuchgerät, Sonde und Schaufel. Aufgeteilt in Kleingruppen gingen die DAV-Tourenleiter Ulli Oelhaf, Xaver Notz, Klaus Zugmaier, Arno Widler und Wolfgang Wellinghausen-Striebel ins Übungsgelände hinter dem Tennisplatz am Stadtweiher. „Unter Anleitung übten wir den Umgang mit unseren LVS-Geräten (Pieps), Mäandern, Grobsuche, Feinsuche, Sondieren, Mehrfachverschütteten-Suche und lernten den Unterschied zwischen 1- und 2-Antennen- zu den neueren 3-Antennen-Geräten kennen und üben“, erzählt Teilnehmer und DAV-Wegewart Stefan Wagegg.

Es galt auch zu erkennen, ob ein erspürter Widerstand mit der Sonde im Schnee ein steiniger Untergrund oder vielleicht ein Rucksack oder der Körper des Verschütteten ist. Zum Schluss wurde der Ernstfall mit Stoppuhr erprobt, vom vermeintlichen Lawinenabgang über die Feststellung von Signalen der Piepsgeräte, Aufteilung der Gruppe für die Suche und das Ausgraben der Verschütteten, bzw. in diesem Fall der versteckten Piepsgeräte. Die fünf DAV-Tourenleiter waren zufrieden mit ihren Schützlingen und alle erhielten die für DAV-Touren-Teilnahme erforderliche LVS-Karte ausgehändigt.

Infos: www.alpenverein-leutkirch.de

Text: Carmen Notz und Stefan Wagegg, Fotos: Joachim Schwarz

Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden auf Facebook. Klicken Sie hierzu einfach auf das Facebook-Symbol.

Besuchen Sie “Wir in Leutkirch” auch auf Facebook

Share on FacebookTweet about this on Twitter

Über Carmen Notz

Freie Journalistin für die Beilage "Leutkirch hat was" seit 2008 und der online-Zeitung "Wir in Leutkirch" seit Herbst 2013, beides Produkte der Schwäbischen Zeitung, Lokalverlag Leutkirch.