Josef Heinz: Zum 100. Geburtstag zum VdK-Ehrenmitglied ernannt

Leutkirch – Zum 100. Geburtstag kam die Überraschung gleich morgens an die Haustüre: Volker Schmidt, Vorsitzender des Sozialverbands VdK, Ortsverein Leutkirch, überreichte Josef Heinz einen Geschenkkorb und die Urkunde zur Ehrenmitgliedschaft für 73 Jahre Treue zum Verband (Foto).  Josef Heinz zeigte sich sehr erfreut und lauschte der kleinen Ansprache von Volker Schmidt, verbunden mit einem Dankeschön und den besten Glückwunsch- und Gesundheitswünschen. Leider konnte die Nennung zum Ehrenmitglied Coronabedingt nicht in einer Hauptversammlung mit allen Mitgliedern gebührend bekannt gegeben und gefeiert werden. Schließlich war Josef Heinz ein Gründungsmitglied betreffend den VdK in der Region.

Josef Heinz ist Jahrgang 1921, absolvierte den Arbeits- und Wehrdienst, wurde in die Armee eingezogen und kam 1943 verwundet von Russland nach Hause, oder wie es damals hieß: „versehrt“. Um die vielen Kriegsversehrten und ihre Ansprüche vor dem Gesetz zu unterstützen, gründete sich 1948 in Deutschland der VdK – der Verband der Kriegsversehrten, auch in Leutkirch und diversen Teilgemeinden. Josef Heinz war einer der Gründungsmitglieder und leitete viele Jahre den VdK-Ortsverein Wuchzenhofen. Später schlossen sich die Ortsvereine im Leutkircher Verband zusammen. 1966 erfolgte bundesweit eine Umbenennung in Sozialverband VdK, an den sich alle Bürger mit körperlichen Beeinträchtigungen wenden können, sei es durch Unfall-Folgen oder allgemein.

Der Sozialverband bietet Sprechstunden an, hilft bei Rechtsfragen oder vermittelt soziale Leistungen. „Kriegsversehrte gibt es kaum noch“, sagt Volker Schmidt vom Sozialverband VDK und lobt: „Josef Heinz war immer sehr verbunden mit dem VDK Leutkirch, ein treuer Besucher unserer Versammlungen und Veranstaltungen. 2008 wurde ihm das Goldene Ehrenzeichen für 60 Jahre Mitgliedschaft, 2018 in Gold mit Brillant für 70 Jahre überreicht.“

„Ned aufhöra mit Schnaufa“

Welches Rezept Josef Heinz für das Erreichen des Hundertesten hat, sagt er wie aus der Pistole geschossen: „Ned aufhöra mit Schnaufa“ und schmunzelt. Schlagfertig ist der ehemalige Bürgermeister von Wuchzenhofen immer noch, auch körperlich und geistig fit. Eigentlich hatte er Bäcker gelernt, ein Beruf mit Bodenständigkeit, wie es damals hieß. Durch seine Kriegsverletzung musste er umschulen und entschied sich für die Verwaltungslaufbahn. 1953 wurde er zum Bürgermeister seines Geburtsortes Wuchzenhofen gewählt und blieb dies bis zur Gemeindereform 1972. Danach war Josef Heinz bis zum Ruhestand 1982 Ortsvorsteher dieser Teilgemeinde.

Viele Hobbys und Donnerstagsstammtisch

Der Ehe mit Berta Albrecht von der Boschenmühle entstammen vier Kinder, die inzwischen für neun Enkel und einen Urenkel gesorgt haben. 2015 verstarb seine Frau Berta, mit der er sogar die Diamantene Hochzeit feiern konnte. Josef Heinz betätigte sich in seiner Freizeit mit der Imkerei, mit Holzschnitzen, Schach und Kartenspielen. Auch der Donnerstagsstammtisch im „Mohren“ mit Leutkircher Senioren gehörte bis „vor Corona“ zu seinen festen Terminen. Er hofft, dass er seine Stammtischfreunde bald wieder treffen und mit ihnen anstoßen kann.

40 Jahre spielte er die  Tuba – 60 Jahre im Schützenverein

Auch dem Musikverein Wuchzenhofen ist Josef Heinz sehr verbunden. Bei der Neugründung nach dem Krieg um 1950 war er aktiv tätig. „Niemand wollte damals den Bass spielen, also lernte ich Tuba und spielte dieses Instrument mehr als 40 Jahre lang in der Kapelle“, erzählt der rüstige Senior. Zum 75. Geburtstag überreichte ihm der MVW die Ehrenmitgliedschaft. Vorstand Michael Fischer und Dirigent Simon Grotz besuchten ihr Ehrenmitglied am 100sten. Auch der Schützenverein, in den Josef Heinz 1953 eintrat, machte dem Jubilar seine Aufwartung. „Seit fünf Jahren ist aber Schluss mit Schießübungen“, sagt Heinz und freut sich, dass er so viele Glückwünsche bei guter Gesundheit genießen konnte.

Foto Nostalgie Musikkapelle: Verein

Scroll to Top