Jubiläum in der Narrenzunft Nibelgau: Schachenmännle gibt es seit 40 Jahren

Leutkirch – Die Gruppe der Schachenmännle in der Narrenzunft (NZ) Nibelgau wurde beim Bürgerball 1982 im Saal des Hotel Post von der NZ feierlich willkommen geheißen und gefeiert. Gründungsmitglieder waren Hans-Jörg Riedle mit seiner Frau Beatrix, Hans Walk, Ralf Merkle und Beatrix Maucher. 40 Jahre ist das nun her, und die Schachenmännle würden so gerne ihr Jubiläum feiern. Leider ist es Corona-Maßnahmen-bedingt nicht möglich und die Gruppe hat ihr „närrisches internes Feschdle“ auf Januar 2023 verschoben. 40 Jahre nennt man auch Schwabenalter und damit sind die Schachenmännle schon recht „angesehene Leut“ innerhalb der NZ, obwohl sie zu den eher jüngeren Gruppen gehören.

Seit den 90-er Jahren, als es einen regelrechten Narrenboom gab, haben auch die Schachenmännle gut Zuwachs bekommen, und auch die eigenen Kinder der Gruppe werden mit einem Häs ausgestattet, wie man auf dem aktuellen Gruppenbild gut erkennen kann. Eine Maske brauchen sie erst ab 16 Jahren.

Die Idee zu der Figur Schachenmännle hatte Hans-Jörg Riedle, einer der fünf Gründungsmitglieder, der Anfang 1980 Gruppenführer der Bajazzos war. Auf die Legende kam er zusammen mit den früheren Heimatpflegern Emil Vogler und Herbert Mayer: Auf der Leutkircher Haid unweit von Reichenhofen war einst ein großer Wald, den man „Haidschachen” nannte. Hier geisterte wohl einst ein altmodisch gekleidetes, altes Männle umher, das sich oft blicken ließ, und das man das „Schachenmännle” nannte. Am meisten hatten wohl die Fuhrleute mit ihm zu schaffen. Kam ein Gefährt oder Reiter nachts des Weges, bemerkte man von weitem zuerst ein kleines Lichtlein. Als man diesem näher kam, tauchte plötzlich das Schachenmännle auf, setzte sich auf den Wagen oder das Ross, so dass dieses in großer Angst durchging.

Das Schachenmännle-Häs ist aufwendig und selbstgenäht

„Vermutlich war das unheimliche Wesen auf der Haid ein schwedischer Lands-knecht aus dem 30-jährigen Krieg, der damals im Wald hauste“, meint Martina Birkenmaier, die seit 1999 dabei und seit 2018 die Gruppenführerin ist. Die Figur des Schachenmännle hat ein sehr aufwändiges und teures Kostüm sowie eine nicht unfreundliche Maske, obwohl sie etwas leicht Unheimliches darstellt. Das Kostüm besteht aus grünen Hosen, einer braunen Lodenjacke mit Gürtel, hohen Lederstiefeln mit Umschlag, der lachenden Holzmaske und einem Hut mit Büffelhaar und Fuchsschwanz. Manche Hästräger haben einen alten Rucksack, einen Stock oder eine Karpatsche, eine Art Peitsche, die bei Umzügen geknallt wird.

Alles in allem sind heute gut 2000 Euro zu investieren, Hosen und Janker werden von einigen der Mitglieder-Frauen genäht, Häswartin ist Anja Limburg. „Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren brauchen noch keine Holzmaske und keine so aufwändige Bekleidung. Erst danach ist das Originalkostüm Pflicht“, erklärt Martina Birkenmaier. Die Masken schnitzt, wie auch andere Nibelgauer Masken, der bekannte Model- und Figurenschnitzer Leonhard Angele aus Starkenhofen.

Aktuell sind es etwa 45 Schachenmännle-Mitglieder, darunter 12 Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren. Das 30-Jährige feierte man im Hasenheim, die 40-er Feier wäre ebenfalls dort gewesen, und zwar am kommenden Samstag.

Beatrix und ihr Mann Hans-Jörg sind immer noch aktive Gründungsmitglieder. Riedle war 24 Jahre lang Gruppenführer, danach Alexander Walk, Reinhold Frener, Ricarda Fricker und seit 2018 ist es Martina Birkenmaier. Aus den Reihen der Schachenmännle kamen in den letzten zehn Jahren zwei Prinzenpaare, ebenso stellen sie einen Zunftmeister und insgesamt drei Zunfträte bei den Nibelgauern.

Infos: www.narrenzunft-nibelgau.de

Fotos: NZ / Katrin Wahl, Umzug: C. Notz

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