Junge Popmusiktalente der Jugendmusikschule musizieren herzerfrischend

Leutkirch – Beim vierten Popabend der Jugendmusikschule Württembergisches Allgäu in Kooperation mit der VHS Leutkirch und der Jugendmusikschule Bad Wurzach sind die zahlreich erschienenen Zuhörer voll auf ihre Kosten gekommen. Unter der Leitung der Musikschullehrer Klaus Strobel, Bernhard Sinz und Corinne Choi-Schutz legten die jungen Musikerinnen und Musiker, die sich mit Haut und Haaren dieser Musik verschrieben haben, Auftritte aufs Parkett, die an das Original leicht heranreichten bzw. dieses teilweise sogar übertrafen. Da gab es gefühlvolle Rock-/Pop- Balladen zu bestaunen. Über eine umwerfende Bühnenpräsenz verfügen die angehenden oder bereits ausgereiften sogenannten „Rockröhren“.

 

Zur Performance gehört dabei natürlich auch das gewisse Etwas. Die meisten Sängerinnen, darunter auch zwei Jungs, verfügen über ein bereits ausgereiftes Repertoire an stimmlicher Ausdrucksfähigkeit. Im Popbereich darf es nicht brav- gerade klingen, da muss Schmackes hin, da soll´s „dirty“ tönen.  In der mittleren Lage trennte sich dann schon die Spreu vom Weizen. Grundsätzlich aber hatten alle Auftritte deutlich gemacht, dass zum Popgesang auch eine gehörige Portion Stimmtechnik gehört und diese geübt werden muss. In dieser Gesangslage verbreiteten die Solosängerinnen einen charmanten Glanz. Wenn es dann ab und zu in luftige Höhen ging, wurd´s bei der ein oder anderen dann doch recht dünn, was aber keineswegs den Gesamteindruck trübte, vielmehr das verrucht- interessante Moment steigerte. Eine Stimme braucht einen Wiedererkennungswert, und den besitzen einige bereits.

Eine Hermesaufgabe stellt es dar, 36 Schüler, die neben der Musik noch andere Freizeitaktivitäten betreiben und höhere Bildungseinrichtungen besuchen, für Proben und Auftritt unter einen Hut zu bekommen. Da sind die Eltern gefragt und, so stellte es Corinne Choi-Schutz süffisant dar, da braucht´s What´s App.

Neben der balladenhaften Seite des Pop gab es mitreißende Beats von Seiten der Instrumentalisten zu bestaunen. Die Riffs sprudelten förmlich vor Vitalität. Das Rhythmuselement im Pop trägt zum Gedeih und Verderb eines Songs bei. Und alles live bei diesem Popabend, sozusagen unplugged. Alles in diesem Metier steht und fällt mit der richtigen Tonmischung. An diesem Abend hatte Tonmeister Andreas Schutz alle Hände voll zu tun. Auch die nicht einfache Akustik des Bocksaals, die man als durchaus äußerst trocken bezeichnen kann, gilt es, in den Griff zu bekommen. Das glückte ganz hervorragend. Der Sound passte.

Manchmal ist es gut, wenn man die englischen Texte nicht zu 100 Prozent versteht, geht es doch in ihnen oft um recht derbe Angelegenheiten und so muss man damit leben, dass auch das berühmt-berüchtigte englische Wort mit den vier Buchstaben und CK am Ende des Öfteren ins Mikrofon gehaucht, gesprochen, geschrieben wurde. Das ist nun eben einmal der Ausdruck dieser vor allem unter Jugendlichen so beliebten Musikform. Aber auch nicht nur die Jugendlichen selbst im Alter von schätzungsweise 14 bis knapp über 20 Jahren lieferten eindrucksvolle musikalische Beiträge ab, auch die ältere Generation in Form des VHS-Chores drückte ihre Liebe zu dieser Musikrichtung durch ansprechende Beiträge aus.

So war dies der letzte Popabend in dieser Form, da einer der Initiatoren, Bernhard Sinz, die Jugendmusikschule verlässt. Die daraus entstehende Lücke wird hoffentlich entsprechend gefüllt werden können, so dass es auch im nächsten Jahr wieder zu einem solch kurzweiligen Leckerbissen der Popmusik kommen kann.

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