Krankenhaus soll nicht als Asylbewerberheim dienen

Leutkirch – Aus dem ehemaligen Leutkircher Krankenhaus soll kein Asylbewerberheim werden. Auch dann nicht, wenn der Landkreis Ravensburg auf Notfallpläne in Sachen Unterkünfte für Asylbewerber zurückgreifen muss. „Landrat Kurt Widmaier hat mir persönlich bestätigt, dass keine Asylbewerber im Krankenhaus untergebracht werden sollen – das sei absolut kein Ziel“, sagte Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle am Freitag.

Dabei steht der Landkreis offenbar vor einem echten Problem: In der kommenden Woche erwarten die Verantwortlichen in Ravensburg einen Bus mit 30 Asylbewerbern. Dabei sind alle vorhandenen Unterkünfte im Kreis überbelegt, auf 375 Plätze kommen derzeit 398 Personen. „Wir stehen sehr stark unter Druck. Diese Situation braucht unser aller Solidarität. Die Gemeinden müssen helfen“, hatte Eva Maria Meschenmoser, Stellvertreterin des Landrats, deshalb an die Öffentlichkeit appelliert. Und sie hatte angekündigt, dass andernfalls Notfallpläne umgesetzt würden, etwa Turnhallen als Unterkünfte genutzt werden müssten.

Die Leutkircher Stadtverwaltung nimmt solche Aussagen gelassen. Die Stadt stelle bereits seit August vergangenen Jahres Unterkünfte in der Sudetenstraße 11 für die Unterbringung von 32 Asylbewerbern zur Verfügung, teilte Stadtsprecher Thomas Stupka mit. Leutkirch habe damit bereits auf frühere Aufrufe des Landratsamts sehr frühzeitig reagiert und die Behörde so unterstützt. „Auch die soziale Betreuung der Asylbewerber vor Ort wird durch den Arbeitskreis Asyl, in dem ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger mithelfen, aktiv unterstützt“, so Stupka.

In Überlegungen für darüber hinausgehende Notfallpläne sei die Stadt allerdings bislang nicht eingebunden. Jedenfalls stehe „eine Unterbringung im Leutkircher Krankenhaus oder in Leutkircher Turnhallen aus Sicht der Stadt nicht zur Disposition“, sagt der Stadtsprecher. Vielmehr habe auch der Landrat bei einer Bürgermeisterversammlung in dieser Woche das Krankenhaus als mögliche Unterkunft ausdrücklich ausgeschlossen.

Falls weitere Asylbewerber im Landkreis untergebracht werden müssten, so seien die Verantwortlichen in Leutkirch aber bereit, wie bisher konstruktiv mit dem Landratsamt zusammenzuarbeiten. „Es müssen andere Möglichkeiten der Unterbringung gefunden werden, erforderlichenfalls durch den Bau von Containerwohnungen“, sagt Stupka.

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