Leprosenhaus weckt großes Interesse

Viele Besucher haben sich am Sonntag, dem Tag des offenen Denkmals, im Leprosenhaus an der Memmingerstraße eingefunden, um dessen umfangreiche Sicherung und Sanierung durch die Heimatpflege bestaunen zu können.

Deren Vorsitzender Georg Zimmer hatte in der Begrüßung zudem interessante Informationen über „ein Haus der Kranken, der Ausgestoßenen und später der Armen und Obdachlosen“. Wohl Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut, war es neben dem Spital einmal das zweite Krankenhaus der Stadt. Zimmers Dank galt den zahlreichen Helfern und Unterstützern, die zur Rettung dieses nicht nur historisch bedeutsamen Bauwerks beigetragen haben: So wurden von vielen Mitgliedern und Ferienarbeitern das Haus entrümpelt, die Umgebung von störenden Anbauten befreit, Wände und der Dachstuhl offengelegt und bereits die Fenster saniert.

Auch für den Bauhistoriker Stefan Uhl aus Warthausen kamen bei seinen Untersuchungen zahlreiche bedeutsame Details zum Vorschein, die in Vertretung sein Kollege Benno Willburger anhand der Infotafeln und am konkreten Objekt vorstellte: So besteche das Gebäude durch seinen imposanten Flur von 30 Metern Länge, dessen zum Teil originale Türen auf der Nordseite zu den kleineren Schlafkammern und gegenüber zu den größeren Sonderräumen führen. Baulich besonders wertvoll seien dabei die genaue Ausfachung der Wände mit Ziegelsteinen wie das verzapfte und verplattete Fachwerk. Auch die Dachkonstruktion sei als „liegender Stuhl ohne Querstreben“ doch außergewöhnlich und trage damit auch zur Erkenntnis bei, dass das Leprosenhaus nicht nur heimatgeschichtlich von Bedeutung sei.

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