Leutkirch mit dem European Energy Award in Gold ausgezeichnet

Leutkirch – Für ihre Klimaschutzpolitik bekommt die Stadt den „European Energy Award“ in Gold verliehen. Die Stadt Leutkirch im Allgäu gehört zu insgesamt sechs Gemeinden in Baden-Württemberg, die für ihre lokale Klimaschutzpolitik mit dem „European Energie Award (EEA)“ in Gold ausgezeichnet worden sind. Verliehen wurde der Preis am vergangenen Montag von Umweltminister Franz Untersteller in Tübingen. Leutkirch erhält den Preis bereits zum zweiten Mal – erstmals wurde die Stadt 2014 in Gold zertifiziert.

„Das ist für uns eine ganz besondere Auszeichnung“, freut sich Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. Nicht erst seit die Energiewende zu einem Begriff wurde engagieren sich in Leutkirch im Allgäu alle gemeinsam für eine klimafreundliche, nachhaltige Entwicklung. Dazu gehören die Stadtverwaltung, verschiedene Gruppierungen wie der Umweltkreis, das Energiebündnis und die Energiegenossenschaft sowie örtliche Unternehmen. Auch die Bürgerinnen und Bürger setzen seit Jahren ihre Energiewende vor Ort um. Betriebe, die klimaneutral produzieren und handeln, haben durch diese Ausrichtung nicht nur ökologischen, sondern auch ökonomischen Erfolg.

Der Leutkircher Weg trägt inzwischen viele Früchte: Alle großen Schulgebäude sind mit einer modernen Gebäudeleittechnik ausgestattet. Am südlichen Stadtrand ist auf Basis von Holz und Abwärme einer Biogasanlage ein großes Nahwärmenetz entstanden, das gerade erweitert wird. Über ein Drittel des Leutkircher Strombedarfs wird vor Ort regenerativ aus Sonne, Wasser und Biomasse erzeugt. Vor wenigen Wochen ging ein dritter Solarpark ans Netz. Die Kraft-Wärme-Kopplung spielt in öffentlichen Gebäuden und in der Industrie eine große Rolle. Im Forschungsprojekt „KERNiG“ beschäftigen sich die Stadt und die Bürgerschaft mit den Umwelt- und Klimaauswirkungen im Themenfeld „Ernährung“. Mit dem Konzept „Nachhaltig mobil im ländlichen Raum“ wurde nun auch das schwierige Thema „Mobilität“ angegangen.

Diese vereinten Anstrengungen wurden nun mit der wiederholten Auszeichnung mit dem European Energy Award (eea) in Gold belohnt. „Ich bin froh, dass wir es es trotz verschärfter Anforderungen wieder geschafft habe, die höchste Stufe zu erreichen“, so Henle.

Bildunterschrift: Umweltminister Franz Untersteller (links) und Charlotte Spörndli vom EEA Büro (rechts) überreichen OB Hans-Jörg Henle (Mitte) den European Energy Award in Gold.

Infos: Der European Energy Award (eea) ist ein europäisches Qualitätsmanagementsystem und Zertifizierungsverfahren, das der Energieeinsparung, der effizienten Nutzung von Energie und der Steigerung des Einsatzes regenerativer Energien in Kommunen dient. Hierbei werden die Klimaschutzaktivitäten der Kommune erfasst, bewertet, geplant, gesteuert und regelmäßig überprüft, um Potenziale des nachhaltigen Klimaschutzes identifizieren und nutzen zu können.

Erfolge der kommunalen Energiearbeit werden nicht nur dokumentiert, sondern auch ausgezeichnet. Erreichen Bewerber über 50 Prozent der möglichen Punkte, erhalten sie den European Energy Award. Kommunen, die aufgrund ihrer besonders erfolgreichen Energiepolitik mindestens 75 Prozent der maximal möglichen Punkte erreichen, bekommen nach Bestätigung durch einen internationalen Auditor die Auszeichnung in Gold verliehen. Alle vier Jahre müssen die Auszeichnungen erneuert werden.

Im Auftrag des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft berät die KEA Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg interessierte und teilnehmende Kommunen zum European Energy Award und gibt praktische Hilfestellung für das Zertifizierungsverfahren.

Text: Stadt Leutkirch
Bild: Umweltministerium Baden-Württemberg / Martin Stollberg