Leutkircher Wochenmarkt: Montags bereichert er die Innenstadt – Vier Betriebe stellen sich vor

Leutkirch – Spätestens Anfang März sind alle Händler wieder beim Wochenmarkt am Montag vertreten. Manche Gemüse- und Pflanzenanbieter kehren aus der Winterpause zurück und es wird bunter, vielfältiger und schöner. Wenn dann noch die Sonne scheint, geht es den Händlern und den Kunden noch besser. Der Leutkircher Wochenmarkt zeichnet sich durch sehr langjährige treue Händler aus. Manche kommen bereits in der zweiten Generation wie Familie Madlener aus Tettnang. Schon der Vater brachte in den 50er Jahren die eigenen Äpfel vom Bodensee in die Marktstraße Leutkirch. „Damals gab es noch nicht so viele Sorten wie heute. Ich hab rund 40 verschiedene Apfeltypen, alleine schon dreierlei Jonagold“, verkündet Manfred Madlener. Saisonbedingt hat er später dann auch Kirschen und im Herbst Zwetschgen im Sortiment, alles vom eigenen Anbau. Darauf sind die Händler stolz und die Kunden schätzen das: Vom Erzeuger dirket zum Verbraucher.

Gemüse und Blühpflanzen von Bicker

Auch die Gärtnerei Bicker (Foto) zieht fast alles selber groß, die Blumen, die Blattsalate, später auch Tomaten und Gurken sowie vielerlei Blumen für Beete oder Blumenkisten. Peggy Mohrist schon jahrzehntelang auf Wochenmärkten unterwegs, auch in Leutkirch ist sie und Kolleginnen eine feste Größe. Bicker hat viele Stammkunden, das Sortiment wechselt von Monat zu Monat.

Neu dabei: Holzwaren aus Deutschland

Sahin und Sevki Sönmez aus Wangen sind beide Schreiner. Sie haben seit 2016 ein Geschäft in Wangen, aber Vater Sevki ist schon seit 1983, fast 40 Jahre auf Wochen-, Saison- und Jahrmärkten in der Region unterwegs. „Alles was wir anbieten ist in Deutschland und sogar im Unterallgäu hergestellt“, betont Sahin. Haushaltsartikel aus Holz wie Bürsten, Besteck, Schneidebretter usw. werden teils von Behindertenwerkstätten hergestellt, die Messer und Scheren kommen aus Solingen. Der lange Lockdown hat die Familie Sönmez veranlasst, nun wieder mehr auf die Märkte zu gehen, derzeit vier Mal die Woche und das machen sie sehr gerne.

Gemüse von Palm-Kiefl – seit 38 Jahren in Leutkirch

Der Familiebetrieb Palm-Kiefl aus Oberreute (früher Weipoldshofen) ist seit 38 Jahren ein Begriff für alle Marktbesucher. Maria Kiefl und ihr Mann Roland Palm-Kiefl sind ganzjährig auf dem Leutkircher und Kißlegger Wochenmarkt. Ansonsten gibt es viel Arbeit auf den Feldern, Beeten und in den Gewächshäusern. Alles was sie anbieten ist selbst produziert und aus biologischem Anbau. Zwei Azubis und 1 bis 2 Mitarbeiter sind im Team. Vor zehn Jahren haben sie zehn Kühe angeschafft. Aus der Milch entstanden eigene Quark- und Joghurtprodukte. „Es ist selten geworden, dass Gemüse und Vieh auf einem Hof vermarktet werden. Heute ist jeder spezialisiert“, sagt Roland Palm-Kiefl und weiter: „Der Wochenmarkt trägt zur Belebung jeder Innenstadt bei. Es ist viel mehr los in Geschäften oder in Gaststätten, wenn ein Markt stattfindet (vor Corona). Die Leute treffen sich, halten ein kurzes Schwätzle. Gerade jetzt im Lockdown ist das für die Menschen ein großes Bedürfnis, eine Wohltat.“

Kräuter und Tees – seit 40 Jahre von Manfred Pfeiffer

Seit fast 40 Jahren ist Manfred Pfeiffer mit seinem Tee-Gewürze-Naturkost-Wagen auf dem Leutkircher Wochenmarkt nicht wegzudenken. An fünf Tagen in der Woche ist er damit unterwegs und er schwärmt: „Auf Märkten sind die Leute einfach gut drauf. Ich hab immer nette Kunden und bei Sonnnenschein isches a wahre Freid“, sagt der Händler aus Bad Waldsee, wo er auch ein Geschäft hatte, jetzt verpachtet. Die unterschiedlichsten Düfte von Aromen, Gewürzen und Tees kitzeln trotz der Maskenpflicht beim Vorbeigehen herrlich in der Nase.

Fotos von den jeweiligen Ständen anbei: C. Notz

Scroll to Top