Musiker aus Willerazhofen und Schloß Zeil begeistern – Exotische Klänge aus dem Orient, dem Amazonas-Urwald und der Karibik

Leutkirch – Ein Konzert, wie man es nicht alle Tage erleben darf, haben die Musikkapellen aus Willerazhofen (MKW) als Gastgeber und aus Schloß Zeil am Samstagabend in der ausverkauften Festhalle geboten. Die Dirigenten Manfred Schuhmacher (MKW) und Charly Diepolder wählten weltbekannte Stücke, Filmmusik, Klassiker der konzertanten Blasmusik und ließen mit rockigen Titeln, Gesang und E-Gitarre die Bühne beben. „Chapeau“ vor der außergewöhnlichen Leistung zweier sogenannten „Dorfkapellen“, die sich ihren Nachwuchs in der Jugendkapelle Leutkirch-Achtal seit gut 15 Jahren selber groß zieht. Die Vorsitzenden Florian Sauter (MKW) und Bernd Weitgasser begrüßten die Gäste, darunter die beiden Ortsvorsteher Renate Falter und Alois Peter (OB Henle war entschuldigt), ihre Ehrenmitglieder und Musikkameraden.

Amüsant, auf gut schwäbisch, startete Diepolder durchs Programm mit einem rassigen englischen Marsch, mit Flamenco-Rhythmus, kräftigen Hörnern im rasanten Tempo ging es von Spanien zum Orient mit tanzenden Flöten und arabischen Klängen beim Stück Arabesque. Das junge Percussion-Team hatte viel zu tun. Moritz Weinbuch glänzte als Solist an der Trompete mit einem Song aus den 80er Charts und gleich darauf ging es ins gruselige Reich der Piraten mit Filmmusik aus „Fluch der Karabik“ samt Kettenrasseln und den Maximal-Sound der Gesamtkapelle. Zum Cool-down schlich der Pink Panther durch die Reihen und auch eine flotte Marschzugabe beruhigte und erfreute die Gemüter.

Irre Laute aus dem Amazonas-Urwald

Nach einem getragenen Stück der MK Willerazhofen, rannten junge Cowboys und -girls mit Lasso zur Bühne als Einstimmung auf Westernmusik in konzertantem Gewand. Man spürte die Weite und den Wind der Prärie, hörte Hufe im Pferdegalopp. Lange habe sich Dirigent Manfred Schuhmacher mit dem Stück „Liberatores“ befasst und es schließlich doch seinen Musikanten inklusive Bodypercussion zugetraut. Schnell wechselnde Rhythmen, fremdartige Klänge, exotische Laute, wie sie von verschiedenen Tieren aus dem Urwald entspringen, majestätische Fanfaren und exzessive kriegerische Trommeln direkt vor dem Publikum, war ein musikalisch hochkarätiger Gruß aus dem Amazonasgebiet.

Nur kurzes Durchschnaufen fürs Publikum und schon ging es mit drei Rock-Klassikern weiter. Dass die “Bohemian Rhapsody“ von Queen durch eine Blasmusikkapelle annähernd das Original trifft, war erstaunlich und echt cool. An der E-Gitarre begleitete souverän Robert Heinle, Sängerin Sieglinde Mayr aus Altusried übernahm gekonnt den Sanges-Part der rockigen Titel. Mit November-Rain und Zugaben endete dieser sehr kontrastreiche Abend und hatte das hohe Niveau der 120 Musiker samt Gastsolisten deutlich gemacht.

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