Neue Busbegleiter gibt‘s in Leutkirch erst mal nicht

Leutkirch – Füße von den Sitzen, während der Fahrt nicht herumrennen und sich anständig an der Bushaltestelle benehmen: Nach diesen Dingen schauen die Busbegleiter im Landkreis Ravensburg. Auch in Leutkirch wurden in den vergangenen Jahren Schüler ab der fünften Klasse extra geschult, um für eine sichere Fahrt zur Schule zu sorgen. In den kommenden drei Monaten könnte sich das aber schwieriger gestalten, da die Ravensburger Polizei die Busbegleiter-Ausbildung nicht wie gewohnt anbieten kann.

Uwe Stürmer, Leiter der Polizeidirektion Ravensburg, nennt dafür personelle Grüne – mit der Polizeireform habe das nichts zu tun. Normalerweise bietet Uwe Müller von der Präventionsabteilung die Schulungen gemeinsam mit Kollegin Sabine Berger an. Müller allerdings macht derzeit einen mehrmonatigen Lehrgang zum gehobenen Dienst. „Wir gönnen ihm das natürlich und freuen uns für ihn“, sagt Stürmer, „aber er fehlt dadurch.“

„Keine massiven Probleme“

Die Lehrer vor Ort sehen die Ausbildungslücke bei den Busbegleitern recht gelassen. „Es gibt ja keine massiven Probleme in den Bussen hier“, sagt etwa Manfred Trieloff, Rektor der Otl-Aicher-Realschule in Leutkirch. Dafür, dass täglich Tausende Schüler per Bus durch die Region gefahren würden, seien es geringfügige Schwierigkeiten, die von Kindern oder Eltern gemeldet würden.

Und trotzdem: Rund 60 Prozent der etwa 850 Schüler kommen jeden Tag mit dem Bus zur Otl-Aicher-Realschule. „Deshalb gibt es ja auch die Busbegleiter, die bei uns meistens aus den achten Klassen kommen und von der Schulsozialarbeiterin betreut werden“, sagt Trieloff. Dass jetzt einige Monate lang keine Schüler zu neuen Busbegleitern ausgebildet werden, falle nicht so sehr ins Gewicht. Zum einen seien diejenigen noch da, die im vergangenen Jahr den Kurs absolviert haben. „Und für das zweite Halbjahr laufen schon die Abstimmungen für entsprechende Termine“, so der Realschulrektor.

Auch am Hans-Multscher-Gymnasium soll die ausgefallene Ausbildung ab Januar nachgeholt werden. „Zwar gilt die Devise ,je mehr desto besser`, aber die Ausfallzeit wird dank der aus den Vorjahren vorhandenen und gut geschulten Busbegleiter überbrückt werden können“, erklärt Christine Schramm, die an dem Gymnasium mit der Verkehrserziehung betraut ist. Jährlich würden sechs bis zehn Jugendliche der achten und neunten Klassen geschult, außerdem gab es kürzlich ein Bustraining für die Fünftklässler. „Aber wir legen großen Wert darauf, dass die Busbegleiterausbildung noch stattfindet“, betont Schramm.

Polizei holt Termine nach

Bei den Kursen werden die Kinder mit Rollenspielen konfrontiert, die typische Situationen im Bus nachempfinden. Auch Peter Korn von der Ravensburger Polizei bestätigt, dass alle geplanten Termine mit den Schulen ab Januar nachgeholt werden sollen. Interesse hätten zahlreiche Schulen in Leutkirch bereits angemeldet.

Die Ausbildungen durch Polizisten in Uniform habe noch einen weiteren Zweck, erklärt Polizeidirektor Stürmer: „Wir wollen dadurch auch erreichen, dass Schüler zur Polizei Vertrauen aufbauen.“ Die Polizeidirektion lege einen großen Schwerpunkt auf Präventionsarbeit – deutlich mehr Kollegen als in anderen Kreisen seien hierfür im Einsatz. Und so solle auch weiterhin – sobald das personell gehe – die Schulung der Busbegleiter angeboten werden.

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