Neujahrsempfang 2019: Rund 420 Bürger genießen den Abend in der Festhalle – Bürgerpreise für Rosemarie Miller-Weber und Gerd Heine

Leutkirch – Mit himmlisch-schönem Gesang vom Jugendchor der Seelsorgeeinheit Alpenblick unter Leitung von Christian Schmid begann der zehnte Neujahrsempfang 2019 in der vollbesetzten Festhalle. OB Hans-Jörg Henle begrüßte zu diesem kleinen Jubiläum viele besondere Gäste, darunter Bürgermeisterin Christina Schnitzler, alle Ortsvorsteher, Vertreter der Kirchen und Schulen, Geschäftsleute und Unternehmer sowie die Bürgerpreisträger der vergangenen Jahre. Einladen waren wie jedes Jahr viele Bürger, die ihre Zeit dem Ehrenamt, dem Dienst am Nächsten widmen und „die Gesellschaft voranbringen“, wie es der OB nannte. Der Jugendchor gab ein weiteres Lied von der „kalten Zeit“ zum Besten, bevor er mit dem Jahresrückblick auf 2018 begann.

Mittels Beamer und tollen Bildern, die wie jedes Jahr Thomas Stupka und Team von der Stadtverwaltung zusammenstellt, gab es die sehenswerte und abwechslungsreiche Geschichte der Großen Kreisstadt in den vergangenen zwölf Monaten. 227 neue Bürger erblickten das Licht der Welt, 118 Buben und 109 Mädels, damit hat die Stadt nun rund 23.300 Einwohner, Tendenz steigend. (11.500 weibl., 11.800 männl.)

Erinnerungen an schöne Feste

Mit Blick aufs Weltgeschehen (Kriege, Klima, Trumpp und verlorene Fußball-WM) gab es im Gegensatz über die Große Kreisstadt viel Positives zu berichten. Eine starke Wirtschaft, neue Firmenansiedelungen, weitgehende Vollbeschäftigung, die Eröffnung von Center Parcs Allgäu und die Fußballer des FCL sind in die Landesliga aufgestiegen. Bilder erinnerten an die Nibelgauer Fasnet, ans Frühlingsfest mit Koffermarkt und an ein schönes sonniges Kinderfest mit Triumph für die französischen Gäste am Kinderfestsonntag als Sieger der Fußball-WM.

Besondere Veranstaltungen hatte Leutkirch zu bieten wie Blaulichttag mit Lob an alle, die anderen helfen, allen voran die Feuerwehr mit unzähligen Stunden und Einsätzen (auch Fehlalarme), die zum Wohl der Bürgerschaft geleistet werden, die interkulturelle Woche, das Highmatland-Festival mit Pop, Rock und Rap, der Skater-Contest zur Einweihung des sanierten Platzes und auch der neue Jugendgemeinderat wurde lobend erwähnt, ebenso der neu gewählte Behindertenrat, was nicht jede Stadt vorweisen kann. Leutkircher kümmern sich auch um Integration, denn hier leben derzeit 2700 Menschen mit ausländischem Pass aus 90 verschiedenen Ländern. 450 Türken, 270 Rumänen, 250 Italiener, ebenso viele Syrer und rund 230 Polen, um die „Big 5“ zu nennen.

Sport, Musik, Kunst und Kindergärten

Ein besonderes Merkmal für Leutkirch ist sein Altstadtsommer-Festival mit unzähligen Helfern, Sponsoren und tollen Veranstaltungen für jedes Alter. Jede Menge Sportler konnten geehrt werden, der SV Diepoldshofen sorgte für einen Dirtpark für Moutainbiker, die Jugendfeuerwehr Leutkirch feierte 30-jähriges Bestehen und zum 2. Mal fand ein Konzert des SBLA statt mit Musikern aus allen Leutkircher Kapellen. 600 Jahre Altes Spital konnte gefeiert werden, es gab etliche Kunstausstellungen und es kamen Ehrengäste nach Leutkirch, u.a. Gerard Brémond, der Gründer von Pierre et Vacances mit Center Parcs in ganz Europa. Für den Nachwuchs ist bestens gesorgt: Neuer Kiga in Gebrazhofen, eine Groß-Kita im Marienbad-Haus in der Lindenstraße, ein neuer Wald-Kiga, Umbau der Mensa am Adenauer Platz, das neue Lern hoch 3 – Projekt am HMG und nicht zuletzt die neue Stiftung Kinderchancen-Allgäu.

Neue Straßen und Breitbandversorgung

OB Henle vergaß auch nicht, neue Straßen, Kreisverkehre und die Breitbandversorgung für die Teilgemeinden zu nennen, wobei er nochmals darauf hinwies, dass nicht die Kommune in der Pflicht sei, sondern die kommerziellen Anbieter, die es aber nicht auf die Reihe bekämen. 23 Kilometer sind verlegt, es folgen weitere 19 km im Gebiet Leutkirch-Ost. Leutkirch tut etwas gegen den Klimawandel, nicht nur als Sonnenliga-Stadt, es gab 2018 wieder einen E-Mobilitätstag mit der Wave-Tour von Palmer, eine neue Aktion „Leutkirch blüht auf“ von der elobau-Stiftung ist gestartet, das KERNIG-Projekt läuft noch, jeder kann mitmachen.

Bürgerinitiativen, Innovationen und Arbeitsplätze

Beim Thema „Tempo 30“ ging erwartungsgemäß ein Raunen durch Reihen, auch das werde 2019 „bürgerfreundlich geklärt“. Leutkirch ist andererseits gut unterwegs und auf Innovations-Kurs. Zum einen durch das kürzlich eröffnete Digitale Zukunftszentrum im alten Post-Gebäude, eine Neuheit und Besonderheit für so eine „kleine“ große Kreisstadt, zum anderen hat sich die Allgäuer Genussmanufaktur manifestiert und Großes in Urlau vor. 200 Bauanträge hat Leutkirch 2018 bekommen, eine halbe Million Euro allein durch die Baugenehmigungen für Center Parcs erhalten.

Hier entstanden 50 Ausbildungsplätze und rund 1000 Arbeitsplätze, darunter 650 Vollzeitkräfte. Eine tolle Sache war der 5-Minuten Film vom Bau des Ferienparks im Urlauer Tann, der im Zeitraffer zwei Jahre und drei Monate Bautätigkeit zeigte, vom Abholzen, Bunker entfernen, Rohre verlegen bis zum Bau der Bade-Anlage und rund 600 Ferienhäuser samt Straßen und Anpflanzungen. Die Hälfte der Investitionen von 360 Millionen Euro blieb in der Region, bzw. bei ansäßigen Firmen und Unternehmern. Zwei Monate nach der Eröffnung könne man sagen, dass CP und seine Gäste die Regionalität schätzen und es profitiere die ganze Region, seien es Unterkünfte, Gastronomien, Geschäfte, Handwerker usw.

Starke Wirtschaft – Vorschau auf 2019

500 Jahre Leutekirche – St. Martin wird gebührend gefeiert. Neue Baugebiete werden entstehen, u.a. am Ströhlerweg und am Saugraben an der Umgehungsstraße West, beim ehemaligen Holzhof Unterzeil wird die weltweit agierende Firma Seilbahnen Doppelmayr aus Österreich einziehen, eine neue Siedlung entsteht an der Herlazhofer Straße und es gab den Hinweis auf das große Baugebiet „Am Storchengraben“, wo jetzt noch die Firma Peter + Sohn ist. Hier entstehen rund 370 Wohneinheiten in mehreren Blocks.
2019 wird u.a. die neue Hospiz im ehemaligen Krankenhaus eröffnet.

Den gesamten Rückblick kann man in der Heimatbroschüre nachlesen, die in gedruckter Form fertig ist, ebenso das Heft Unsere Heimat – mein Urlaub, mit Tipps zu Ausflügen in der Region. (Touristinfo)

Bürgerpreisverleihung 2019

OB Henle machte es wieder spannend und erzählte über das große Engagement der beiden Bürgerpreis-Anwärter, sodass jeder die beiden Kandidaten erraten konnte. Rosemarie Miller-Weber hat jahrelang großen Einsatz um den Erhalt des Krankenhauses gezeigt, viele Aktionen geplant und durchgeführt, einen Verein gegründet und sich dann auch für die Nachnutzung eingesetzt. Von ihr kam der Vorschlag für eine Bürgerstiftung in Leutkirch, sie war lange Zeit Gemeinderätin und hat sich auch beruflich als Vorstandvorsitzende bei der Genossenschaftsbank (Leutkircher Bank bis zur Allgäu-Oberschwaben-Fusion) für die Menschen in der Region eingesetzt. (Spendengelder, Crowdfunding usw.)

Auch beim männlichen Anwärter war sich das Publikum bald sicher: 40 Jahre in und für die TSG Leutkirch gewirkt und geschafft, den Radsport ab 1987 in seine Abteilung, die Skiläuferzunft, eingebracht, 25 Jahre die Radsportwoche organisiert, 12 Jahre Abteilungsleiter und vier Jahre stellvertretender TSG-Chef, 5 Jahre im Dachverband, Langlauf-Übungsleiter, beim Nordic-Walking-Park, beim Radtouren- und Loipenführer rund um Leutkirch mitgewirkt: Es konnte sich nur um den TSG-Ehrenvorsitzenden Gerd Heine handeln. Was nicht so bekannt ist, dass er sich seit zwei Jahren, ab der großen Flüchtlingswelle in Leutkirch, engagiert hat, für Möbel und für v.a. Für funktionierende Fahrräder für die jungen Männer sorgte und diesbezüglich betreute.

Mitmachstadt Leutkirch und Brassmusik

Viel Beifall gab es für die beiden würdigen Bürgerpreisträger, Blumen, Urkunden und den Pokal aus Holz und Glas von Leutkircher Künstlern. „Machen Sie mit bei der Mitmachstadt Leutkirch“, rief OB Henle die Gäste auf, es lohne sich – jeder könne sich einbringen mit dem was er kann. Er sprach ein Dankeschön für seine Mannschaft aus, die den Neujahrsempfang akribisch vorbereitet, bewirtet und aufräumt und dankte der noch jungen Band „Hofenbrass“ mit acht Musikern, die aus verschiedenen Dörfern mit der Endung -hofen stammen. Sie unterhielten die Gäste bis weit nach Mitternacht.

Es folgte der noch gemütlichere Teil des Abends. Bei Snacks und Getränken an Bistrotischen, bedient von OB, Bürgermeisterin und ihren Mitarbeitern, bei flotter Blasmusik von Hofenbrass kamen die Bürger ins Gespräch, Neujahrs- und Glückwünsche gab es zuhauf und um Mitternacht sangen alle den zwei Geburtstagskindern des neuen Tages ein kräftiges Happy Birthday: Ortsvorsteher Josef Mahler und Bürgerpreisträger Albrecht Roth – zwei engagierte Männer – ohne Alter!

Fotos: Carmen Notz

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Über Carmen Notz

Freie Journalistin für die Beilage "Leutkirch hat was" seit 2008 und der online-Zeitung "Wir in Leutkirch" seit Herbst 2013, beides Produkte der Schwäbischen Zeitung, Lokalverlag Leutkirch.