Offene Bühne in der Walpurgisnacht: Professionelles Programm mit vielen Facetten und vollem Haus

Leutkirch – Selten war die „Offene Bühne“ so gut besucht wie am Abend vor dem 1. Mai. Kaum ein freier Platz im Bocksaal. „Sechs Absagen habe ich sogar erteilen müssen“, so Veranstalter Egbert Dreher bei der Begrüßung. Fünf Bands waren angesetzt, das sportliche Programm war an einem einzigen Abend kaum unterzubringen. Die Abschlussband Fredl & Friends aus Seibranz hatte dann auch das Nachsehen. Als die Musiker um Herbert Sgier kurz vor Mitternacht auf die Bühne kamen, waren schon viele „Freunde der handgemachten Musik“ gegangen. Die Verbliebenen kamen aber noch voll auf ihre Kosten und wurden mit viel Schwung und Spaß in den 1. Mai geleitet. 15 Jahre gibt es die „offene Bühne“ schon, die Otmar Bühler und Egbert Dreher ins Leben gerufen haben.

Längst ist man vom „Blauen Affen“ in den Bocksaal umgezogen und ist zudem unter das “Dach des Larifari-Vereins”. So mancher Zuschauer vermisst zwar den früheren, cooleren Veranstaltungsort, aber für die teils sechsköpfigen Bands sind die Bedingungen im Bocksaal weitaus besser. Heiß war’s und die Klänge der „Hausband Feelin’ Alright“ um Dreher und Bühler brachten die Zuhörer gleich auf Trab. Es gab Erinnerungen an Woodstock, BeeGees und die Beatles. John Gillard, Brite aus Bregenz und langjähriger Wangener Gitarrenlehrer, gesellte sich dazu, bevor er mit der eigenen Band – dem Bassisten Robert Kopf und der Sängerin Daniela – selbstgemachte Lieder zu Themen wie Umweltschutz oder Insektensterben vorstellte.

Sascha Santorineos präsentierte sich danach mit Gitarre, Mundharmonika und hörenswerten deutschen Texten als junger Liedermacher. Aus Schorndorf angereist, besang der Straßenmusiker das Gute im Menschen, die Träume und den Freiheitsdrang. Ruhig, souverän und absolut hörenswert. Dass er selbst Teil der „positiven, schönen Grundstimmung hier“ war, schien er gar nicht zu merken. Viel Applaus gab’s für den jungen Mann, der von Asteraque aus Lindenberg abgelöst wurde, die mit einem Sammelsurium an kuriosen Instrumenten aufwarteten. Mit Hümmelchen (Dudelsack), Busuki und allerhand Flöten hieß es sogar „Mitsingen erlaubt“ bei Texten von Liedermachern wie Zupfgeigenhansl oder Reinhard Mey.

Alte bekannte waren Ghost Cats, die zum zweiten Mal dabei waren. Auch sie wurden mit viel Beifall belohnt für ihre schönen, eigenen Lieder mit englischen Texten. Extra-Applaus gab’s für den genialen „Löffel-Rhythmus“ bei den „spanish nights“.

Jutta König hielt, was versprochen worden war. „Rockige songs mit Tiefgang“ präsentierte die vitale Vollblutmusikerin, die es schaffte, dass getanzt wurde.

Einen gelungenen Abschluss mit Oldies der Pop- und Countryszene brachte die Band aus Seibranz Fredl & Friends (Alfred Gropper, Herbert Sgier u. Team) auf die Offene Bühne, die nun erst wieder nach der Sommerpause stattfindet.

Text: Christine King, Fotos: King u. Notz

Scroll to Top