Pfarrei St. Martin: Mesner Thomas Maier und sein erstes „anderes“ Amtsjahr – Familie Düsing ist seit vier Jahrzehnten in der Pfarrei tätig

LEUTKIRCH – Im Frühjahr 2020 wurde der Mesner Stefan Aumann in der Pfarrgemeinde St. Martin verabschiedet und Thomas Maier übernahm dieses Amt. Durch die Corona-Maßnahmen wurden noch ganz andere Aufgaben unerlässlich, als das sonstige Arbeitspensum. Thomas Maier und sein erstes „besonderes“ Jahr als Mesner. Eigentlich hat ein Mesner genug zu tun, auch ohne Corona-Vorschriften. Er bereitet alles für die Gottesdienste vor, er zündet die Kerzen an und löscht sie wieder, er hilft dem Pfarrer beim Ankleiden der Messgewänder (außer seit Corona, im Bild mit Pfarrer Karl Erzberger), er prüft, ob alles noch genügend vorhanden ist, wie Hostien, Kerzen, Weihrauch usw. und bestellt entsprechend. Auch für die Filialgemeinden Mailand-Niederhofen, Tautenhofen, Wielazhofen und Adrazhofen bestellt er mit.

Wichtig ist das Programmieren des Glockengeläutes. Seit Mitte März 2020 läuten jeden Abend um 19.30 Uhr die Glocken zum Gedenken an alle Corona-Opfer. Nachts schweigen die Glocken. Um 6 Uhr morgens bis Mitternacht schlagen sie zu jeder Stunde automatisch, zu Gottesdienszeiten oder zur Wandlung läuten sie, laut Programmierung.

Natürlich gehört auch das Auf- und Abschließen aller Kirchentüren sowie der kleinen Kapelle im Pfarrgarten dazu, der Blumenschmuck für die Altäre muss rechtzeitig bestellt und besorgt sowie dann auch gegossen werden. Die Lichttechnik, die Heizung und die empfindliche Lautsprecheranlage sind einzustellen. Immer wieder auch sind da die Kontrollgänge, ob alles in Ordnung ist. Vor Ostern waren die Tische mit den Osterkerzen und den Palmzweigen aufzufüllen, das Weihwasser in kleinen Flaschen bereitzustellen, die Opferstöcke zu leeren.

Desinfizieren und Lüften
Seit Corona gehört auch die Desinfizierung der Plätze zu den Mesner-Aufgaben. „Alle besetzten Platz-Nummern werden nach der Messe gereinigt, die Türen bleiben zum Lüften auf, Türgriffe werden abgeputzt. Eigentlich würde ich auch Weihwasser an den Türen auffüllen, doch das ist seit einem Jahr wegen Ansteckungsgefahr nicht mehr erlaubt“, sagt Thomas Maier. Alle liturgischen Geräte muss er nach den Gottesdiensten reinigen/desinfizieren, alle aktuellen Vorgaben berücksichtigen, umsetzen und überwachen. Und es gibt mehr Besprechungen als „vor Corona“. Für die Krankenkommunionen packt er die Hostien in einzelne Tütchen keimarm ab.

Als Mesner erledigt man diverse Botengänge, richtet das Rauchfass bei Beerdigungen her, aktualisiert den Schaukasten vor der Kirche und füllt den Schriftenstand auf. An besonderen Feiertagen wird mit den Ministranten geprobt, wie vor Ostern, auch sind besondere Aufbauten erforderlich wie das Heilige Grab und verhüllte Kreuze in der Karwoche. Im Advent muss der Kranz bestellt, an Weihnachten die Krippe aufgestellt werden. Sogar Führungen durch die Kirche könnte Thomas Maier machen, doch daran ist derzeit nicht zu denken.

Kein gewöhnliches Jahr – aber abwechslungsreich

„Es war sicher kein gewöhnliches erstes Jahr, das man sich anders vorgestellt hat“, meint Thomas Maier und betont: „Mesner sein finde ich eine interessante und sehr abwechslungsreiche Aufgabe. Man muss vieles im Blick haben, man ist viel unterwegs und es gibt viele schöne Kontakte bei dieser Tätigkeit.“

Eigentlich ist der gelernte Krankenpfleger seit seiner Jugend in der Pfarrei St. Martin engagiert und kennt sich in vielen Bereichen gut aus. Mit 10 Jahren wurde er Ministrant, engagierte sich dann in der KJG, war Pfarrjugendleiter. Mehr als 10 Jahre begleitete der Leutkircher die Firmlinge, war bei den Sternsingeraktionen aktiv. Als Mesner in 2 Teilgemeinden lag es 2019 für ihn nahe, sich auf die 70- Prozent-Stelle in St. Martin zu bewerben.

Vier Jahrzehnte sind Düsings im Dienst

Zum obigen Artikel über den Mesner Thomas Maier und seine Arbeit gehört auch das Ehepaar Josef und Ingrid Düsing (links) aus Leutkirch. Deren Engagement findet man wohl selten in einer Pfarrgemeinde. Beide sind seit mehr als 40 Jahren im Dienst der Pfarrei St. Martin, zum einen als Lektoren und zum anderen als Kommunionhelfer. Josef Düsing ist zudem auch Wortgottesdienstleiter, in Leutkirch sowie in den Filialgemeinden. Dass er auch den Mesner bei Urlaub oder Krankheit vertreten kann, ist für ihn selbstverständlich. Ingrid Düsing konnte vor zwei Jahren ein besonderes Jubiläum feiern: Sie hat 25 Jahre lang fast alle Bibelkurse (Referent Baumann) besucht, an die 50 Mal, was für sie sehr bereichernd war.

Foto mit Mesner Maier

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