Radreiseregion nimmt Form an: Rund 1000 Kilometer umfasst das neue Netz

Leutkirch – „Naturschatzkammern“ soll sie heißen, die neue Radreiseregion Allgäu. Um diesen Titel tragen zu dürfen, muss man vom ADFC dafür ausgezeichnet werden. Es gibt ihn nur für „Regionen, die nachhaltig die Planung ihrer Radwege und eines darauf abgestimmten touristischen Angebots über Jahre vorangetrieben haben“, wie der ADFC betont. Das sind deutschlandweit nur ein paar. Eine Radreiseregion soll von Gästen und Einheimsichen von einem festen Standpunkt aus „erfahren“ werden können. Das württembergische Allgäu, in dem Leutkirch liegt, will künftig dazugehören. Belinda Unger, Wangener Gästeamtsleiterin und Geschäftsführerin des Zweckverbandes „Ferienregion Allgäu-Bodensee“, war einer Einladung des Leutkircher VCD, der sich auch um ADFC-Angelegenheiten kümmert, gefolgt. Sie stellte das Großprojekt am Montagabend im Hotel Post der Öffentlichkeit vor.

Dem Vortrag vorausgegangen war eine – wie mehrfach betont wurde – „längst überfällige Angelegenheit“. Dabei ist Walter Siedow, Vorsitzender des VCD Leutkirch, von einem Vertreter des Landesverbandes für seine 14-jährige Tätigkeit beim VCD Leutkirch und beim Kreisverband Ravensburg geehrt worden. Sichtlich gerührt und unter großem Applaus begrüßte der Leutkircher danach Belinda Unger, die gleich zur Sache kam. 1000 Kilometer soll das Radwegenetz, das für Freizeit und Alltagsradler und nur bedingt für Rennradler und Mountainbiker geeignet ist, betragen. Die bereits bestehenden Rundtouren und sämtliche Fernradwege sind dabei integriert worden. Eine „Wahnsinnsarbeit“, erklärte Unger den Anwesenden, sei seit Beginn des Projektes im Jahr 2015 geleistet worden. „Jeder Kilometer davon wurde abgefahren, jeder Cent des fast 370.000 Euro teuren Projekts gut eingesetzt.“ Finanziell unterstützt wird das Projekt von LEADER und dem Landkreis Ravensburg.

Damit im Sommer 2019 die Zertifizierung eingereicht werden kann, mussten zig Anforderungen erfüllt werden. „Dazu“, sagte Unger, „gehören auch Dinge wie ein digitalisiertes und durchgängig beschildertes Radwegenetz.“ Allein dies zu bewerkstelligen, sei eine Herausforderung gewesen. Auch die anwesende Leutkircher Gästeamtsleiterin Julia Panzram konnte dies bestätigen. Ein „Sammelsurium an Radwegen und an Schildern“ musste einheitlich gemacht werden. „Die alten R-Schilder, die es teilweise auf gelbem oder weißen Hintergrund gibt, verschwinden in Kürze ganz und auch die vielen anderen“, so Panzram. Bleiben werden nur die mit grüner Schrift auf weißem Grund. Zum Glück habe man erstklassige Unterstützung durch das Planungsbüro „Topplan“, das bereits die Radreiseregion „Schlosspark“ im Ostallgäu betreut hat.

Künftig wird die neue Radreiseregion Naturschatzkammern, die das württembergische Allgäu abdeckt, also aus zwölf regionalen Routen bestehen. Orientiert habe man sich an der Wandertrilogie, deshalb sind wohlklingende Namen darunter wie Türmetobeltour oder Alpenvorfreude. Die Leutkirch betreffende Route heißt Himmelwiesen und das Schwarze Gold ist die Moor-Runde um Bad Wurzach. Jede dieser Runden wird ein eigenes Piktogramm haben, die Planungen laufen. Anwesende wünschten sich noch eine deutlich sichtbare Kennzeichnung auf dem Kartenmaterial, egal ob digital oder nicht, von geteerten oder ungeteerten Wegen sowie eine Kilometerangabe von Teilstrecken. Dies, so Unger, wolle sie gerne zu den weiteren Planungsterminen mit der Firma „topplan“ mitnehmen.

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