Spanisch lernen zwischen Orangen und Meer

Leutkirch – Sechs Tage lang waren 21 Schülerinnen und Schüler der Geschwister-Scholl-Schule in Begleitung ihrer beiden Spanischlehrerinnen Birgit Walser und Amelie Bühler-Klingler sowie des Biologielehrers Joachim Schwarz in Valencia, der viertgrößten Stadt Spaniens unterwegs. Ein Ausflug der besonderen Art führte die Gruppe am Montag auf die biologisch betriebene Orangenplantage „Naranjas del Carmen“ im Vorort Bétera. Auf dieser Plantage haben drei Enkel 2012 den Betrieb des Großvaters neu belebt und sich mit „Crowdfarming“ ein modernes Konzept ausgedacht:

Für 80 € kann man ein Orangenbäumchen adoptieren, dessen Jahresertrag, immerhin ca. 80 kg, dann für weitere 60€ pro Jahr vollständig dem „Paten“ gehört. Damit werden unnötige Abfälle von nicht handelstauglichen, aber qualitativ hochwertigen Orangen vermieden. Gleichzeitig bekommen die Nutzer ein persönliches Gefühl für den Wert des Produkts. Natürlich darf man dem Bäumchen auch einen Namen geben und kann es sogar über das Smartphone wachsen und gedeihen sehen. Solange das Bäumchen noch klein ist, bekommt man die Ernte ausgewachsener Bäume geliefert.

Zusammen mit der spanischen Mitarbeiterin Ana, welche die Gruppe über die Plantagen führte, erklärte Joachim Schwarz, selbst Landwirtschaftslehrer, den Schülern das Bewässerungssystem sowie spezielle Anbautechniken. Zum Schluss gab es noch eine Verkostung des hauseigenen Orangenhonigs. Wer keinen Baum adoptieren möchte, kann sich aromatische Orangen oder andere Produkte (z.B. Olivenöl) des Bio-Unternehmens trotzdem per Onlineshop bis vor die Haustür bringen lassen (www.naranjasdelcarmen.com). Die Spanischschüler planen bereits eine Sammelbestellung für November, wenn die Ernte losgeht. Der Besuch auf der Plantage rundete ein volles und lehrreiches Programm ab. Neben Führungen durch den historischen Stadtkern sowie durchs Fußballstadion „Mestalla“ stand eine Besichtigung inklusive Unterricht im Gymnasium „Instituto Juan de Garay“ an.

Hier konnten die angehenden Abiturienten im Austausch mit dortigen Schülern ihre Spanischkenntnisse unter Beweis stellen. Weitere Highlights des Aufenthalts waren eine Radtour im Naturpark und Reisanbaugebiet Albufera sowie ein Ausflug ins größte Aquarium Europas, das „Oceanográfico“, welches einen Teil des architektonisch eindrucksvollen Gebäudekomplexes „Parque des las Artes y Ciencias“ bildet. Zudem lernten die Schüler bei einer Besichtigung der Stierkampfarena sowie des Fallas-Museums mit seinen berühmten Pappmaché-Figuren wichtige Elemente der spanischen und valencianischen Kultur kennen. Für Erholung sorgten ein Nachmittag am Strand sowie ein Fußballspiel des FC Valencia, für das sich manche Schüler Karten gekauft hatten. „Diese Stadt hat einfach alles“, resümierte eine Schülerin während der Rückreise, „Strand, Meer, Natur und eine tolle Innenstadt.“ Im Juni 2018 werden einige der Schüler im mündlichen Abitur eine Präsentation auf Spanisch halten. Dabei werden sie die intensiven Eindrücke und gewonnenen Sprachkenntnisse aus der Studienfahrt wieder aufarbeiten.

Text: Amelie Bühler-Klingler, Foto: Joachim Schwarz

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  • Spanien-2017