Spannende Nacht für Waldemar Westermayer

Leutkirch – Die CDU ist auch in Leutkirch der unangefochtene Wahlsieger. Mit 50,7 Prozent legten die Christdemokraten damit satte 11,8 Prozentpunkte gegenüber 2009 drauf. Wenngleich Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle (CDU) gegen 22 Uhr äußerst verdrießlich dreinschaute: Aufgrund von Schwierigkeiten beim Auszählen der Briefwahl lieferten die Leutkircher als Letzte ihr Wahlergebnis ans Landratsamt Ravensburg. Mit einer Wahlbeteiligung in Höhe von 72,2 Prozent schritten damit in der Großen Kreisstadt ähnlich viele Bürger zur Wahlurne wie in der gesamten Republik (ebenfalls gut 72 Prozent). Die Leutkircher Zuwächse von CDU und SPD lägen im Bundestrend, sagte Henle. Erfreulich zeigte er sich darüber, dass „extremistische Parteien“ in Deutschland keine Chance hätten. Als problematisch wertete der OB dagegen die Tatsache, dass die Linke zur drittstärksten politischen Kraft geworden ist: „Das muss ich erst verdauen.“

„Das Ergebnis der CDU in Baden-Württemberg ist mit 46,2 Prozent ein Ausdruck des Vertrauens in die Bundespolitik. Aber auch ein Denkzettel für die jetzige Landesregierung“, sagte Waldemar Westermayer, Vorsitzender des Leutkircher CDU-Stadtverbands. Über Nacht sitze er nun „auf Kohlen“, weil er durchaus über die Landesliste den Sprung in den Bundestag schaffen kann. Das gute Ergebnis von knapp 51 Prozent zeige, dass die Christdemokraten in Leutkirch nach wie vor „großes Vertrauen genießen“. Derzeit sehe alles danach aus, dass die CDU in Baden-Württemberg sechs bis acht Listenplätze erringt. Der 60-Jährige Familienvater rangiert auf Platz acht.

Auf „um die 30 Prozent“ hatte SPD-Fraktionschef Jochen Narr gehofft und zeigte sich damit enttäuscht. Das Scheitern der FDP begrüßte der Leutkircher Rote. Wenngleich er das Ergebnis der AfD für „schrecklich“ erachtete. Das Leutkircher SPD-Ergebnis in Höhe von 15,8 (Plus 2,3) Prozent liege im Bundestrend. Dennoch wäre es „schön gewesen, ein paar Stimmen mehr zu haben“. In Hinblick auf die Kommunalwahlen 2014 sei dies „kein ermutigendes Ergebnis“, weil es schwierig werde, weitere Stimmen zu gewinnen. Mitgefühl zeigte Narr für Ralf Sauer, der sich persönlich „sehr eingebracht“ habe, letztlich aber bitter abgestraft worden war. „Er büßt für die Partei.“

Von einem katastrophalen Ergebnis (5,4; Minus 13,9 in Leutkirch) sprach gestern Abend denn auch FDP-Bundestagskandidat Ralf Sauer. „Eigentlich bin ich sprachlos“, gab sich der Berufspilot konsterniert. Ein weitaus besseres Resultat hatte sich Sauer ausgerechnet. Dennoch gelte es nun, sich zusammenzuraufen und neu aufzustellen, dass es „in vier Jahren anders aussieht“. Der CDU sprach der FDP-Mann einen fantastischen Wahlkampf zu. „Dieses Mal hat uns der Wähler bestraft.“

„Ein klein wenig enttäuscht“ zeigte sich auch Michael Konieczny von den Linken (4,3; Minus 2,5 in Leutkirch). Auch er hatte sich letztlich mehr erwartet, und zwar zwischen neun und zehn Prozent. Was ihn freue, sei die Tatsache, dass die FDP an der Fünf-Prozent-Hürde gescheitert ist. „Und wir hoffen, dass es auch die AfD nicht schafft.“ „Eine spannende Geschichte“ werde nun die Koalitionsfrage. „Ich tippe auf eine große Koalition.“ Im Landkreis Ravensburg hatte es für Konieczny Verluste gehagelt. „Ich habe diese Verluste eingefahren, das ist nicht erfreulich“, dennoch liege dies im allgemeinen Trend. Die Linke werde aber nicht aufgeben. Nächstes Ziel seien die Kommunalwahlen 2014: „Wir schauen nach vorn.“

Lediglich 1,6 Prozentpunkte verloren die Grünen in Leutkirch (11,7).

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