Starautor Ortheil gibt beim Workshop am TG Impuls für schulinternen Schreibwettbewerb

Leutkirch – Im Rahmen seines Besuches in Leutkirch  gab mit Hanns Josef Ortheil einer der meistgelesenen Gegenwartsautoren und Professor für Kreatives Schreiben, dessen Werke inzwischen in zwanzig Sprachen übersetzt sind ,vor den kompletten Jahrgängen 11 und 12 des Technischen Gymnasiums in einem  Workshops Einblick in die Arbeit eines Schriftstellers. Nach der Begrüßung durch die Schulleiterin, Oberstudiendirektorin Beate Zabler, erhielten  die Schüler in drei Blöcken, nach denen der Autor jeweils auf die Fragen der aufmerksam zuhörenden Schüler einging , zunächst Einblicke in  den Arbeitsalltag eines Schriftstellers bei der Entstehung eines Romans.

Anschließend ging Ortheil auf den heutigen Literaturbetrieb und das Verlagswesen ein,  zum Schluss gab es Anregungen und  Tipps für die Schüler vor dem Hintergrund des anstehenden schulinternen Schreibwettbewerbs.
Die Schüler erfuhren zunächst, dass die Hauptarbeit eines Romanautors im zunächst im ständigen, scheinbar planlosen  Sammeln von Alltagseindrücken und Beobachtungen besteht, die dann notiert und archiviert werden, um zur gegebenen Zeit darauf zurückgreifen zu können. Dass bisweilen auch umfangreiche, sich über mehrere Jahre hinziehende Recherchen vor Ort und das Studium  geschichtlicher Quellen  nötig sind, erläuterte Ortheil am Beispiel seines historischen Romans „Faustinas Küsse” , wo Goethe als Titelheld – historisch belegt- während seines gesamten Aufenthalts in Rom von einem  Detektiv bespitzelt wird. Dass Verlage  bei der Beurteilung von Werken auch gründlich daneben liegen können, zeigte der Autor am Beispiel des Bestsellers „Das Parfum” von Patrick Süßkind, der auf seinem Weg zu einem der meistgelesenen Bücher in den achtziger Jahren  zuvor von mehreren Verlagen abgelehnt worden war. Abschließend erhielten die Schüler den Rat , bei eigenen Schreibversuchen mit einfachen, überschaubaren Sequenzen zu beginnen und sich bei der Wahl der Protagonisten – hier wurde das Beispiel eines fiktiven , in seiner Freizeit Maulwürfe züchtenden Leutkircher  Briefträgers genannt – nicht am Alltäglichen , sondern am Außergewöhnlichen zu orientieren, das bei entsprechender Beobachtung auch in der eigenen Umgebung gefunden werden kann.
Abschließend bedankte sich Schulleiterin Beate Zabler mit einer Flasche Wein im Namen der Schüler und der Schule für die gelungene Veranstaltung, die in Kooperation mit der Volkshochschule Leutkirch und durch Unterstützung des Fördervereins der Gewerblichen Schule zustande gekommen war.

Bildunterschrift:
Starautor Hanns Josef Ortheil (links) am Technischen Gymnasium
Schulleiterin Zabler bedankt sich mit einer Flasche Wein für den Besuch  Foto: Privat

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