Theaterworkshop Ferienprogramm: Acht Kinder spielen unter der Leitung von Profis ihr eigenes Stück

Leutkirch – Nach zwanzig Minuten ist Schluss. Die Zuschauer sind begeistert. Nach dem viertägigen Theaterworkshop ist Theaterleiterin Steffi Wimmer voll des Lobes: „Es war wieder schön, spannend und auch wenn wir dieses Jahr keinen Techniker hatten, war es inhaltlich und als Gemeinschaft wieder ein Hammer, was die Kinder da zustande gebracht haben.“ In der Tat, Langeweile ist beim schnellen Schlussdurchlauf jedenfalls nicht aufgekommen. Ganz im Gegenteil. Bereits zum 15. Mal kam der vom Jugendhaus organisierte und unterstützte Theaterworkshop im Rahmen des Kinderferienprogramms zustande. Eine gewisse Professionalität ist inzwischen deutlich spürbar.

Ganze drei Theaterprofis hatten die Kinder im Alter zwischen acht und 18 Jahren vor sich: Neben den Theaterleitern Steffi Wimmer und Jörg Bietsch, einem Theaterpädagogen, stand auch Colin Hausberg an den vier Workshop-Tagen zur Verfügung – ein praktizierender und gelernter Schauspieler aus Heidelberg, der derzeit an der Landesbühne Bruchsal ein Engagement hat und mit vielen Tipps aus dem Profialltag aufwarten konnte. Wie immer durften die Kinder selbst entscheiden, was überhaupt gespielt wird. „Thema, Kulisse, Rollenverteilung, alles entscheiden wir gemeinsam, die Kinder haben unsere Anfangsideen begeistert aufgenommen und dann gemeinsam mit uns weiterentwickelt“, so Wimmer. Mitgemacht haben acht Kinder im Alter von sieben bis 14. „Diesmal hatte die Truppe insgesamt wenig Hemmungen“, sagt Hausberg, „alles war von Anfang an sehr körperlich, das ist wunderbar und leider nicht immer so.“

Dass die Kinder „auch als Gruppe zusammenwachsen“ ist Steffi Wimmer dabei sehr wichtig. „Alle waren in den vier Tagen, wo wir ganztags zusammen gearbeitet haben, mit Feuereifer dabei“, erzählt sie, „am Ende haben sie sogar noch die Mülleimer in der Stadt plakatiert.“ Das hat Wirkung gezeigt. Die zahlreichen Zuschauer konnten dann am Abschlusstag bei der Aufführung ein Stück erleben, das sogar mit philosophischen Gedanken aufwarten konnte. Die Bühne wurde zum Körper, wo Hirn, Herz – gestaltet von der Kunstschule Sauterleute – und sämtliche Blutkörperchen und Organe eigentlich ganz gut zusammenarbeiten. Doch manchmal gibt es Störungen, ein Virus schleicht sich ein. Da muss gemeinsam entschieden werden, ob der Fremdkörper eliminiert werden soll oder nicht. Die Botschaft, dass Fremdes nicht immer schlecht ist und Neues auch was Gutes haben kann, kam an. Der Virus ist gar nicht gefährlich, er darf beliben. Die Spielbegeisterung der Kinder hat kleine stimmliche bzw. akustische Mängel der Schauspieler wettgemacht. Am Ende kräftiger Applaus für das kurze, spaßige Körperstück und ein paar Euro für die Eiskasse.