Umweltkreis und Vereine laden zum Wettbewerb für mehr Artenvielfalt – Anmeldung bis 7. Mai

Leutkirch – Die Summe aller Gartenflächen in Deutschland ist größer als alle Naturschutzgebiete zusammen. Daher kann jeder im eigenen Garten etwas für die Artenvielfalt tun. Vor diesem Hintergrund laden der Umweltkreis und der NABU Leutkirch, der Bezirksimkerverein Leutkirch und der Obst- und Gartenbauverein Leutkirch alle Mitbürger aus Leutkirch und den Teilorten zur Teilnahme am Naturgarten-Wettbewerb „Garten NATÜRlich“ ein. Dazu gibt es einen Flyer bei der Touristinfo, in der Stadtbibliothek  oder im Unverpacktladen – Anmeldung ist noch bis 7. Mai. Mitmachen und Gewinnen – Die Natur gewinnt auf jeden Fall.

„Durch die zunehmende Flächenversiegelung und die Intensivierung der Landwirtschaft verschwinden Hecken, Säume und blütenreiche Wiesen, die Vögeln und Insekten Lebensraum und Nahrung bieten. Die Zahl und die Masse der Insekten hat in Deutschland seit den 90er Jahren rapide abgenommen. Gerade Gärten können zu wichtigen Rückzugsräumen für Tiere und Pflanzen werden, wenn sie naturnah und vielfältig gestaltet sind“, sagt Wibke Wilmanns, Geschäftsführerin des Umweltkreises.

Alternativen sind gut umsetzbar

Als Alternative zum Einheitsgrün aus Rasen, Bambushecke und Kirschlorbeer empfehlen die Vereine vor allem heimische Pflanzen, die mit Pollen, Nektar und Beeren Vögel und Insekten anlocken. Außerdem raten sie zu einer Vielfalt an kleinen Biotopen und zum Verzicht auf Pestizide, torfhaltige Erde und chemischen Dünger. Auch bei der Pflege lässt sich Arbeit sparen, wenn man gezielt lenkt – und Nützlingen die Arbeit überlässt.

Weniger Arbeit – mehr Vielfalt

„Wer glaubt, dass Naturschutz im Garten anstrengend ist und Unordnung verursacht, liegt falsch. Schon mit kleinen Handkniffen lassen sich tolle Erfolge erzielen, die Freude machen und für Entspannung sorgen.“ Ein buntes Beet aus heimischen Wildstauden etwa oder eine Igel-Ecke. Essbare Wildkräuter können den Speiseplan ergänzen. Gleichzeitig liefern sie Blüten für Hummeln und Schmetterlinge. „Vielfalt fördert auch das Naturerlebnis. Im eigenen Garten können Tiere besonders gut beobachtet und bestimmt werden“, sagt Wibke Wilmanns, die dieses Hobby seit einigen Jahren mit wachsender Begeisterung betreibt.

Vögeln etwas bieten – Nisthilfen und Nahrung

Auch für Vögel können wir viel im Garten tun. Sie finden in der freien Landschaft immer weniger Nahrung und wandern in die Siedlungsräume. Für jede Art lässt sich im Garten etwas verbessern: Bäume und Sträucher sind wichtig als Nistplätze, zum Schutz und als Nahrungsquelle. Zugvögel „tanken“ beispielsweise am Holunder auf. Auch Standvögel wie Grünfink und Amsel, die in unseren Breiten verweilen, benötigen Sämereien und Früchte heimischer Sträucher. Ergänzend können Nistmöglichkeiten angeboten werden.

Wichtig für Insekten und damit auch für Vögel ist der Verzicht auf chemische Schädlingsbekämpfung. Zudem hilft den Tieren räumlich- und zeitversetztes Mähen sowie mehr Handarbeit. Bei einem maschinellen Mähvorgang werden 85 bis 88 % der anwesenden Insekten getötet. Häufiges Mähen verhindert Blütenbildung und verursacht Nahrungsmangel. Insbesondere Igel, Amphibien und Reptilien werden durch den nächtlichen Einsatz von Mährobotern häufig verletzt oder verstümmelt.

Über die Rahmenbedingungen des Naturgarten-Wettbewerbs „Garten NATÜRlich“ informiert ein Flyer. Er liegt im Unverpackt-Laden, im Gotischen Haus und in der Bücherei aus. Außerdem kann er auf www.umweltkreis-leutkirch.de heruntergeladen werden. Bis Freitag, 7. Mai werden Bewerbungen angenommen.

Die Gärten werden im Sommer von einer fachkundigen Jury im Beisein der Besitzer begutachtet. Bei einer Prämierung im Herbst bzw. Winter werden Preise verliehen.

Text: Umweltkreis, Gartenbilder: C. Notz

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