Klarinettten-Künstler spielen internationale Kompositionen: Lenard Ellwanger, Katrin Hegele, Sandra Hodruss und Sebastian Kaufmann

Leutkirch – Ausdrucksstark, schwungvoll und mit sehr viel Leidenschaft hat das Quartetto Clarinettissimo am vergangenen Sonntagmorgen im Bocksaal Kompositionen aus verschiedenen Ländern vorgetragen. Zur Freude von Lenard Ellwanger, seit mehr als 25 Jahren Lehrer für Klarinette an der Jugendmusikschule in Wangen, waren im Quartett drei seiner Schüler, auf deren musikalische Laufbahnen er sich wiederum sehr stolz zeigte. Eine Ehre sei es für ihn, dass dieses Ensemble zustande und nun mit diesem ersten Konzert in Leutkirch öffentlich auftreten kann. Das Auftaktstück aus USA war beschwingt-heiter, melodisch zum Mittippen fürs Publikum und zum „Warmspielen“ für das Quartetto mit Katrin Hegele, Leiterin und Klarinettenlehrerin der JMS-Filiale Leutkirch, Sandra Hodruss, Musiklehrerin an der Realschule Leutkirch sowie Sebastian Kaufmann, Musiklehrer am Gymnasium Isny.

Eine frühromantische Komposition von Gabrielski für Flöten war als Grand Quarttet mit drei Sätzen auf Klarinetten umgeschrieben, die die vier in wunderbarer Harmonie brillant-virtuos dargebrachten. Ein weiterer Hörgenuss ward mit weiblicher französischer Hand geschrieben worden: Yvonne Desportes komponierte bis in die 80er Jahre rund 500 Werke, darunter so manch Ungewöhnliches. Die Suite Francaise mit sechs Sätzen ist in klassischer barocker Abfolge aufgebaut, welche die Musiker mal in rasantem Tempo, mal getragen schön zur Geltung brachten.

Vom Nachtclub in den Konzertsaal

Über die Geschichte des Tangos erzählt der Argentinier Piazzolla bei zwei Stücken, die das Quartetto ausgewählt hatte. Katrin Hegele spielte die Bass-Klarinette und ließ ab und zu Kastagnetten erklingen. Bei „Bordel 1900“ und „Nightclub 1960“ kam der Tango melancholisch-fließend zum Ausdruck, aber auch das wilde Nachtleben. So wie es der Tango vom Club in den Konzertsaal geschafft hat, fanden die vier Klarinettisten in die Herzen der Zuhörer, zeigten sie doch das ganze Spektrum der Klarinettenkunst. Abgerundet wurde die schöne Matinee mit einem Klezmer-Stück aus dem Nahen Osten, das von melancholischem Schluchzen bis hin zu mitreißenden und wild-tänzerischen Passagen alle Facetten dieser Stilistik zur Geltung brachte.

Die Zugabe führte die musikalische Weltreise noch nach Afrika. Rhythmisch-perkussiv und jazzig angehaucht ist das Stück „Ulla in Africa“, das die vier Klarinettisten mit großer Spielfreude darboten.

Wer das Konzert versäumt hat, es gibt noch einen Termin:

Das Klarinetten-Konzert wird am Samstag, 16. Februar, um 18 Uhr im Refektorium Isny aufgeführt. Der Eintritt  ist frei – Spenden erbeten.

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Über Carmen Notz

Freie Journalistin für die Beilage "Leutkirch hat was" seit 2008 und der online-Zeitung "Wir in Leutkirch" seit Herbst 2013, beides Produkte der Schwäbischen Zeitung, Lokalverlag Leutkirch.