Vorstellung beim Roten Kreuz: Vier neue sogenannte Helfer vor Ort haben ihren Dienst angetreten

Leutkirch – Sie tun das ehrenamtlich, sie sind alle bereits aktiv beim Roten Kreuz in Leutkirch und sie sehen sich als Bindeglied zwischen Laienhelfern und professionellen Rettungskräften. Vier neue sogenannte „Helfer vor Ort“ konnten in den letzten Wochen ihren Dienst beginnen. Und es gab bereits Einsätze für sie, wie die vier erzählen. Der Sinn von Helfern vor Ort ist einleuchtend: Bis der Rettungswagen kommt, kann es manchmal dauern. Sei es, weil die Kollegen bereits mit allen Fahrzeugen unterwegs sind, weil der Einsatzort abseits liegt, weil Stau ist oder die Straßen voller Schnee und Matsch.

Wie gut, wenn dann ein Mensch mit Erster-Hilfe-Ahnung um die Ecke wohnt und die Zeit überbrücken kann, bis die Profis kommen. Die Helfer vor Ort haben ihre Notfalltaschen stets gepackt, und können auf den Piepser reagieren, falls sie in ihrer Freizeit, also abends oder am Wochenende zu Hause sind. Der Bereich Herlazhofen und Bettelhofen ist jetzt mit Sven Stöckle, Tobias Scharnagel, Erwin und Silvia Riedle abgedeckt.

„Das HvO-Prinzip macht nur Sinn, wenn genügend Personen dafür in einer Teilgemeinde vorhanden sind“, erklärt Sebastian Boos, Bereitschaftsleiter beim Ortsverein Leutkirch. In der Stadt Leutkirch sowie in den Teilgemeinden Reichenhofen, Gebrazhofen, Urlau und Friesenhofen gibt es bereits das „HvO“-Prinzip. „Es ist ganz unterschiedlich, wie oft unsere HvOs zum Einsatz kommen“, sagt Boos, „manche jede Woche, manche nur einmal im Monat.“ Insgesamt 230 Mal sind sie im gesamten Leutkircher Umland im Jahr 2017 gerufen worden. „Da waren harmlose Fälle dabei, aber auch heftigere und solche, wo wir nichts mehr machen konnten“, weiß Boos, „wichtig sind wir vor allem, wenn ein sogenannter ECHO-Alarm kommt, bei dem ein Atemstillstand oder Herz-Kreislaufstillstand vorliegt.“ Hier zählt jede Sekunde, ein HvO-Einsatz könnte da bereits lebensrettend sein.

Alle vier sind ausgebildete Sanitätshelfer. Das ist Voraussetzung. Zwei von ihnen sind bereits beruflich beim Roten Kreuz, als Notfallsanitäter wie Tobias Scharnagel oder Erwin Riedle, der dort die Ausbildung zum Notfallsanitäter macht. Sven Stöckle arbeitet als Krankenpfleger und Silvia Riedle studiert derzeit, hat aber auch die nötige Erste-Hilfe-Ausbildung gemacht, Zig Unterrichtseinheiten und ein Praktikum im Rettungsdienst. „Das ist Gesetz in Baden-Württemberg“, sagt Boos, „und macht auch Sinn.“ Dass sich die vier auch noch in der Freizeit ohne Bezahlung für andere Menschen einsetzen, ist für alle hier selbstverständlich, genauso wie die ständige Alarmbereitschaft. „Daran gewöhnt man sich schnell“, weiß der Bereitschaftsleiter, „wir parken unsere Autos grundsätzlich rückwärts in der Einfahrt.“ Seine Notfalltasche hat Erwin Riedle zum Beispiel „immer dabei“. Und wenn tatsächlich alle beruflich unterwegs sind oder im Urlaub bzw. im Kino? „Dann kommt eben niemand“, erklären sie ihren Dienst, „aber das ist selten.“

Bildunterschrift: (v.li) Tobias Schrnagel, Sven Stöckle und die Geschwister Riedle sind neue Helfer vor Ort.