Zwei Stars der Literatur-Szene kommen ins Allgäu: Peter Stamm und Arnold Stadler lesen in Leutkirch

LEUTKIRCH – Zwei vielfach preisgekrönte Schriftsteller werden auf Einladung der Volkshochschule im Dezember zu Lesungen nach Leutkirch kommen. Peter Stamm ist mit seinem kleinen Roman „Agnes“ ein Großer der Literatur-Szene geworden. Er liest am Dienstag, 2. Dezember, um 20 Uhr im Foyer der Geschwister-Scholl-Schule aus seinem neuen Erzählband „Der Lauf der Dinge“. Arnold Stadler, Träger des Büchner-Preises und erst jüngst mit dem Bodensee-Literaturpreis geehrt, liest am Montag, 15. Dezember in der Stadtbücherei aus dem Band „Einmal auf der Welt. Und dann so“. Vorgänger Stadlers als Träger des Bodensee-Literaturpreises war 2012  – Peter Stamm.

 

500 Besucher, darunter 300 Schüler/innen kamen am 22. Oktober in die Festhalle Leutkirch, um Stamms „Agnes“ als Kammerspiel in der Reihe „Leutkircher Theater“ zu erleben. Nun kommt der Autor des Bestsellers selbst nach Leutkirch: In einer Kooperationsveranstaltung der vhs mit der Geschwister-Scholl-Schule und der „stadtbuchhandlung“ liest Stamm, den man in der Schweiz als Nachfolger Max Frischs verehrt, aus seinen gesammelten Erzählungen. Diese sind im September unter dem Titel „Der Lauf der Dinge“ beim S. Fischer Verlag erschienen. Stamm erzählt darin gelassen und präzise, mit wenigen Worten entfaltet er Welten: Peter Stamm ist ein Meister der Kurzgeschichte. Geboren 1963, studierte er einige Semester Anglistik, Psychologie und Psychopathologie und übte verschiedene Berufe aus. Stamm lebt mit seiner Familie in Winterthur. Seit seinem Romandebüt „Agnes“ (1998) erschienen vier weitere Romane, vier Erzählsammlungen und ein Band mit Theaterstücken. Zuletzt 2011 die Erzählungen „Seerücken“ und 2013 der Roman „Nacht ist der Tag“.

Ein weiterer Höhepunkt ist für Freunde anspruchsvoller Gegenwartsliteratur die Lesung mit Büchner-Preisträger Arnold Stadler am Montag, 15. Dezember, um 20 Uhr auf Einladung der vhs und der Buchhandlung Kappler in der Stadtbücherei. Stadler, 1954 in Meßkirch geboren, wurde neben zahlreichen Preisen 1999 mit dem wichtigsten deutschen Literaturpreis, dem Georg-Büchner-Preis, ausgezeichnet. Vor wenigen Tagen nahm er in Überlingen den Bodensee-Literaturpreis entgegen. Mit Arnold Stadler würdige das Preisgericht einen renommierten Autor der trotz seiner Internationalität dem oberschwäbischen „Fleckviehgau“ treu geblieben sei, hieß es in der Laudatio. Der Preis wird von einer unabhängigen Fachjury vergeben, die Germanisten aus Deutschland, Schweiz und Österreich vereinigt. Unter den bisherigen Preisträgern sind Literaten wie Martin Walser oder Friedrich Georg Jünger, Historiker wie Arno Borst oder Golo Mann. Zuletzt war der mit 5000 Euro dotierte Bodensee-Literaturpreis 2012 an Peter Stamm verliehen worden.

In Leutkirch wird Stadler aus seinem Band „Einmal auf der Welt. Und dann so“ lesen. An der Straße von Wien nach Paris liegt das Dorf, aus dem Arnold Stadlers Held kommt. Eines Tages bekommt er den letzten Spielkameraden, das geliebte Ferkel Frederic, als Wurstsuppe vorgesetzt. Jetzt weiß er: Wer hier lebt, setzt sich, sobald es geht, in freundlichere Gegenden ab. Doch weder im Süden Amerikas noch als Priester-Seminarist in Rom will man ihn. Er geht nach Freiburg und hält sich als Grabredner über Wasser….

Stadlers Roman ist die Neufassung seiner großen Roman-Trilogie („Ich war einmal“, 1992; „Feuerland“, 1994; „Mein Hund, meine Sau, mein Leben“, 2004). Mit „Einmal auf der Welt. Und dann so“ erscheinen die drei Romane in einem Band, erweitert um das Kapitel „Geschichte meines Muttermals“.

Karten für die beiden Lesungen gibt es an beiden Abenden jeweils ab 19 Uhr an der Abendkasse.

Text und Bild Volkshochschule Leutkirch e. V.

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